Wirtschaft 4 Min. Lesezeit Von Marlene Brandt
Disney bietet Führungskräften Abfindungen im Rahmen des Sparprogramms an
Disney will Kosten senken und bietet langjährigen Führungskräften ein zeitlich begrenztes Programm zum freiwilligen Vorruhestand an. Der Konzern reagiert damit auf den anhaltenden Druck im Medienmarkt und setzt seinen Sparkurs fort.
Der Unterhaltungskonzern Disney weitet seinen Sparkurs aus und bietet langjährigen Führungskräften ein Paket zum freiwilligen vorzeitigen Ruhestand an. Das Angebot ist Teil umfassender Kostensenkungsmaßnahmen, die das Unternehmen angesichts des anhaltenden Wandels in der Medienbranche vorantreibt. Das Programm trägt den Namen Voluntary Early Retirement Offer (VERO) und ist zeitlich begrenzt.
Die Ankündigung erfolgte über eine interne Mitteilung an die Belegschaft, die von Sonia Coleman, Senior Executive Vice President und Chief People Officer des Konzerns, verfasst wurde. Darin werden berechtigte Führungskräfte aufgefordert, die Möglichkeit zu prüfen, ihren beruflichen Weg bei Disney vorzeitig zu beenden. Die genauen Konditionen des Angebots, darunter die Höhe der Abfindungen und die Frist für eine Entscheidung, wurden den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den kommenden Tagen mitgeteilt.
Der Schritt reiht sich ein in eine Serie von Sparmaßnahmen, die Disney bereits seit mehreren Quartalen umsetzt. Das Unternehmen hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Wellen von Stellenabbau angekündigt, um Kosten in Milliardenhöhe einzusparen. Die Maßnahmen betreffen vor allem das traditionelle lineare Fernsehgeschäft, das unter sinkenden Werbeeinnahmen und dem anhaltenden Trend zum Streaming leidet. Gleichzeitig investiert Disney massiv in den Ausbau seiner Streaming-Dienste, die jedoch weiterhin hohe Verluste einfahren.
Mit dem Vorruhestandsprogramm verfolgt Disney das Ziel, den Personalabbau möglichst sozialverträglich zu gestalten. Anstatt betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen, erhalten erfahrene Führungskräfte die Chance, das Unternehmen zu einem für sie vorteilhaften Zeitpunkt zu verlassen. Für den Konzern bedeutet dies eine Reduzierung der Personalkosten, ohne dass langwierige rechtliche Auseinandersetzungen drohen. Branchenbeobachter werten das Angebot als typisches Instrument großer Konzerne, um in Umbruchphasen Kosten zu senken und gleichzeitig das Image zu wahren.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der Disney unter dem Druck der Aktionärinnen und Aktionäre steht, profitabler zu wirtschaften. Der Konzern hatte zuletzt angekündigt, die Effizienz in allen Geschäftsbereichen zu steigern und sich auf die profitabelsten Kerngeschäfte zu konzentrieren. Dazu gehört neben dem Streaming-Geschäft auch der Ausbau der Themenparks, die als verlässliche Einnahmequelle gelten. Die Medien- und Unterhaltungsbranche insgesamt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, der durch den Rückgang klassischer TV-Abonnements und die zunehmende Konkurrenz durch digitale Plattformen geprägt ist.
Wie viele Führungskräfte das Angebot annehmen werden, ist bislang nicht bekannt. Die Personalabteilung von Disney dürfte jedoch intern mit einer gewissen Anzahl an Rückmeldungen kalkulieren, um die Einsparziele zu erreichen. Sollten nicht genügend Freiwillige das Programm nutzen, könnte das Unternehmen gezwungen sein, weitere, weniger freiwillige Maßnahmen zu ergreifen. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie groß die Bereitschaft der Führungskräfte ist, den Schritt in den Vorruhestand zu gehen.



