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Ex-Rockstar-Direktor: GTA-6-Leaks sind „ein Nothing Burger“

Der frühere Rockstar-Technikdirektor Obbe Vermeij spielt die jüngsten GTA-6-Leaks herunter. Er vergleicht sie mit dem Hot-Coffee-Skandal von 2005 und sieht keine Auswirkungen auf den Erfolg des Spiels.

Ex-Rockstar-Direktor: GTA-6-Leaks sind „ein Nothing Burger“
Former Rockstar Dev Calls GTA 6 Leaks 'A Nothing Burger,' Insists Hot Coffee Was Much, Much Worse

Der frühere Rockstar-Technikdirektor Obbe Vermeij hat die jüngste Welle von GTA-6-Leaks als harmlos eingestuft und die Aufregung in der Community als übertrieben bezeichnet. Vermeij, der von 1995 bis 2009 bei Rockstar North arbeitete und als technischer Leiter an Titeln wie GTA 3, GTA: San Andreas und GTA 4 beteiligt war, schrieb auf Social Media: „Beruhigt euch. Die Leaks sind ein Nothing Burger.“ Er verwies darauf, dass Rockstar bewusst eine Marketingstrategie verfolge, die das Spiel länger unter Verschluss halte als andere Publisher. Dass nun einige Aufnahmen vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangten, sei lediglich ein kleiner Ausrutscher.

Vermeij betonte, dass die große Mehrheit der zukünftigen Spielerinnen und Spieler nicht im Internet nach Videoschnipseln suche. „90 Prozent der zukünftigen Spieler verbringen ihre Zeit nicht im Internet, um nach Videoausschnitten zu suchen. Sie haben keine Zeit und wollen keine Spoiler“, erklärte er. Die Entwicklerteams seien vermutlich „ein wenig genervt“, aber nicht mehr als das. Diese Einschätzung kommt nur eine Woche vor der geplanten Netflix-Premiere des „erweiterten Blicks“ auf GTA 6, die für den 27. August angesetzt ist. Einem früheren Bericht zufolge will Rockstar seine Marketingpläne wegen der Leaks nicht ändern.

Der ehemalige Entwickler zog einen direkten Vergleich mit dem berüchtigten Hot-Coffee-Skandal aus dem Jahr 2005. Dabei handelte es sich um einen versteckten, sexuell expliziten Minispiel-Code in GTA: San Andreas, der durch Modder entdeckt wurde. Vermeij, der damals bei Rockstar North in Edinburgh arbeitete, erinnerte sich: „Es war ein Albtraum für das Management in New York, aber es hat uns in Edinburgh kaum beeinträchtigt.“ Die aktuellen Leaks seien „weit weniger folgenreich“ als Hot Coffee damals. „Es sieht so aus, als würde GTA 6 phänomenal werden und sich die nächsten 15 Jahre oder so verkaufen. Die Leaks sind nur ein winziger Ausschlag“, so Vermeij.

Der Hot-Coffee-Skandal hatte damals erhebliche Wellen geschlagen: Rockstar-Mutterkonzern Take-Two zahlte Vergleiche in mehreren Klagen, und die damalige US-Senatorin Hillary Clinton forderte die Federal Trade Commission zu einer Untersuchung auf. Rockstar-Mitbegründer Dan Houser bezeichnete die Affäre später als „zermürbend und verstörend“ für das Unternehmen. Vor diesem Hintergrund relativiert Vermeij die aktuelle Lage deutlich.

Die jüngste Leak-Serie begann Anfang des Monats, als ein Account namens „CyberLeek“ innerhalb von sechs Tagen zehn Gameplay-Videos und ein Bild der vollständigen Spielkarte veröffentlichte. Die Aufnahmen zeigen verschiedene Charaktere, Aktivitäten und mögliche neue Features. So ist etwa zu sehen, wie der Hauptcharakter Jason eine FKK-Kolonie besucht. Andere Leaks deuten darauf hin, dass Spieler ihre Autos künftig manuell mit Benzin befüllen müssen, und es gibt Hinweise auf eine Währung, die möglicherweise gegen echtes Geld gehandelt werden kann. Take-Two hat inzwischen Vorladungen an Microsoft, Discord und X beziehungsweise Twitter geschickt, um die Verantwortlichen zu ermitteln. Der Leaker scheint davon jedoch unbeeindruckt und lässt sogar über eine Krypto-Umfrage abstimmen, welches Video als Nächstes veröffentlicht werden soll.

Rockstar selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Leaks geäußert. Laut einem Bericht von Bloomberg weiß das Unternehmen weiterhin nicht, wie die Aufnahmen nach außen gelangen konnten und wer dahintersteckt. Intern soll es Frustration und Ärger geben, die Führungsebene habe aufmunternde E-Mails an die Belegschaft geschickt. An den Plänen für die Netflix-Enthüllung ändert das nach aktuellem Stand nichts.

Bereits 2022 hatte GTA 6 einen größeren Leak von Gameplay-Material erlitten. Der damals 18-jährige mutmaßliche Täter Arion Kurtaj wurde gefasst und in ein gesichertes Krankenhaus eingewiesen. Im Juli dieses Jahres wurde berichtet, dass er die Einrichtung verlassen hat und nun in einem „normalen Gefängnis“ auf einen neuen Prozess wartet. Wer hinter der aktuellen Serie steckt, ist weiterhin unklar.

Lukas Seifert

Autor

Sportredakteur

Lukas Seifert berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.