Politik 3 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Venedig nimmt umstrittenen Dokumentarfilm über Israels Vorgehen in Gaza ins Wettbewerbsprogramm
Die Filmfestspiele von Venedig haben kurzfristig den Dokumentarfilm „Naza“ der „No Other Land“-Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor ins Wettbewerbsprogramm aufgenommen. Der Film zeigt aus nächtlicher Perspektive auf Tel Aviver Dächern die Systeme hinter Israels Vorgehen in Gaza.
Die Filmfestspiele von Venedig haben kurzfristig einen neuen Dokumentarfilm ins Wettbewerbsprogramm aufgenommen. „Naza“ stammt von den Regisseuren Yuval Abraham und Rachel Szor, die bereits für ihren Film „No Other Land“ bekannt sind. Laut der offiziellen Synopsis zeigt der Film „im Detail die Systeme hinter Israels berechneter Massentötung palästinensischer Zivilisten in Gaza“.
Gedreht wurde der Film nachts auf den Dächern von Tel Aviv. Der Titel „Naza“ soll nach Angaben der Veranstalter ein Akronym sein, das sich auf das israelische Militär bezieht. Die Aufnahme des Films in den Wettbewerb gilt als politisch brisant, da die Filmfestspiele von Venedig damit eine Produktion ins Rampenlicht rücken, die das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen thematisiert.
Yuval Abraham und Rachel Szor hatten bereits mit ihrem früheren Werk „No Other Land“ international für Aufsehen gesorgt. Der Film, der die Situation im Westjordanland beleuchtet, wurde mehrfach ausgezeichnet und löste kontroverse Debatten aus. Nun folgt mit „Naza“ ein weiteres Werk, das sich mit den Folgen des Nahostkonflikts auseinandersetzt.
Die kurzfristige Ergänzung des Wettbewerbsprogramms ist ungewöhnlich für das Festival, das normalerweise sein Programm Monate im Voraus festlegt. Die Entscheidung, den Film noch aufzunehmen, deutet darauf hin, dass die Verantwortlichen die Dringlichkeit des Themas anerkennen. Die Filmfestspiele von Venedig gelten als eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt und sind bekannt dafür, auch politisch kontroverse Produktionen zu zeigen.
Die genauen Inhalte des Films sind bislang nur durch die offizielle Beschreibung bekannt. Die Regisseure selbst haben sich bislang nicht ausführlich zu dem Werk geäußert. Die Ankündigung hat jedoch bereits jetzt für Diskussionen gesorgt, sowohl in Filmkreisen als auch in politischen Debatten. Beobachter erwarten, dass der Film bei seiner Premiere in Venedig für weitere Gesprächsstoff sorgen wird.
Die Filmfestspiele von Venedig finden jährlich statt und ziehen Filmschaffende aus aller Welt an. Der Wettbewerb um den Goldenen Löwen, den Hauptpreis des Festivals, ist traditionell hart umkämpft. Mit der Aufnahme von „Naza“ in die Konkurrenz setzt das Festival ein Zeichen und zeigt, dass es bereit ist, auch schwierige und kontroverse Themen auf die große Leinwand zu bringen.



