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Weißes Haus nennt Rosie O’Donnell eine „nasty woman“ nach Kritik an Trump

Nach ihrem Auftritt als Gastgeberin der Jimmy-Kimmel-Show hat das Weiße Haus scharf auf Rosie O’Donnell reagiert. Ein Sprecher nannte die Komikerin eine „nasty woman“ und warf ihr „Trump Derangement Syndrome“ vor. Der Streit zwischen O’Donnell und Trump hat eine lange Vorgeschichte.

Weißes Haus nennt Rosie O’Donnell eine „nasty woman“ nach Kritik an Trump
White House Derides Rosie O’Donnell As A “Nasty Woman” After She Skewers Trump During Jimmy Kimmel Guest Host Gig

Der Streit zwischen Rosie O’Donnell und Donald Trump hat eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nachdem die Komikerin und Schauspielerin in dieser Woche als Gastgeberin der ABC-Late-Night-Show von Jimmy Kimmel eingesprungen war und dabei deutliche Spitzen gegen den US-Präsidenten verteilte, reagierte das Weiße Haus umgehend mit einer ungewöhnlich scharfen Stellungnahme. Ein Sprecher der Regierung bezeichnete O’Donnell darin als „nasty woman“ und „total slob“ – als unangenehme Frau und totale Schlampe – und behauptete, ihr Gehirn sei durch das sogenannte „Trump Derangement Syndrome“ vollständig zerstört worden.

Die Wortwahl ist dabei kein Zufall. „Nasty woman“ war ein Ausdruck, den Trump selbst 2016 während einer Debatte gegen Hillary Clinton verwendet hatte und der damals von Kritikern als sexistisch aufgefasst wurde. Dass das Weiße Haus diesen Begriff nun erneut aufgreift, dürfte als bewusste Provokation verstanden werden. O’Donnell gehört seit Jahrzehnten zu den schärfsten öffentlichen Kritikerinnen Trumps. Bereits in den 2000er-Jahren lieferten sich die beiden immer wieder verbale Schlagabtausche, lange bevor Trump ins Weiße Haus einzog.

Der aktuelle Anlass ist O’Donnells Auftritt in der populären Late-Night-Sendung, die sie vertretungsweise für den erkrankten Jimmy Kimmel moderierte. In ihren Monologen und Ansagen nahm sie Trump mehrfach aufs Korn, thematisierte seine Politik, seine öffentlichen Auftritte und seine juristischen Probleme. Die genauen Inhalte ihrer Aussagen wurden vom Weißen Haus nicht im Einzelnen zitiert, doch die Reaktion zeigt, dass man in der Regierung die Sendung offenbar genau verfolgt hat. Die Stellungnahme wurde am Freitag veröffentlicht und von mehreren US-Medien aufgegriffen.

Der Begriff „Trump Derangement Syndrome“ wird von Unterstützern des Präsidenten seit Jahren verwendet, um Kritiker zu diskreditieren. Er soll suggerieren, dass die Ablehnung Trumps nicht auf sachlichen Gründen beruhe, sondern auf einer irrationalen, krankhaften Fixierung. Medizinisch ist das Syndrom nicht anerkannt, in der politischen Debatte der USA ist es jedoch zu einem festen Kampfbegriff geworden. Dass das Weiße Haus ihn nun offiziell verwendet, zeigt, wie sehr die Regierung auf Konfrontation mit prominenten Kritikern aus der Unterhaltungsbranche setzt.

Rosie O’Donnell hat sich bislang nicht öffentlich zu der Stellungnahme geäußert. Ihre Geschichte mit Trump reicht jedoch weit zurück. Schon 2006, als Trump noch vor allem als Immobilienunternehmer und Fernsehstar bekannt war, bezeichnete sie ihn in einer Talkshow als „kartoffelnasigen Tyrannen“. Trump konterte damals mit persönlichen Angriffen auf ihr Aussehen und ihre Familie. Der Konflikt schwelte über die Jahre weiter und verschärfte sich, als Trump 2015 seine Präsidentschaftskandidatur ankündigte. O’Donnell wurde zu einer der lautstärksten Stimmen gegen seine Politik und trat wiederholt bei Demos und in Medien auf.

Der aktuelle Vorfall fügt sich in ein Muster ein, das in Trumps zweiter Amtszeit immer wieder zu beobachten ist: Das Weiße Haus reagiert schnell und aggressiv auf Kritik aus der Popkultur und der Unterhaltungsbranche. Prominente, die sich gegen den Präsidenten äußern, werden regelmäßig öffentlich angegriffen. Die Strategie dahinter ist offenbar, Kritiker als unseriös und emotional instabil darzustellen, anstatt inhaltlich auf ihre Vorwürfe einzugehen. Ob diese Taktik aufgeht, ist fraglich – in der Vergangenheit führten solche Angriffe oft dazu, dass die betroffenen Prominenten noch mehr Aufmerksamkeit für ihre Kritik erhielten.

Für O’Donnell könnte der Streit auch berufliche Folgen haben. Ihre Gastmoderation bei Kimmel wurde von vielen Zuschauern positiv aufgenommen, und es gab Spekulationen, ob sie sich eine eigene Late-Night-Show vorstellen könnte. Ob das Weiße Haus mit seinem Angriff diese Pläne durchkreuzen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der verbale Schlagabtausch zwischen O’Donnell und Trump ist noch lange nicht beendet.

Lukas Seifert

Autor

Sportredakteur

Lukas Seifert berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.