Politik 4 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Weißes Haus startet Website mit Mini-Spielen über Abschiebungen und Grenzmauer
Die Trump-Regierung hat mit Arcade.Gov eine Website mit Mini-Spielen gestartet, die Abschiebungen von Migranten, den Bau einer Grenzmauer und Bitcoin-Geschenke für Kinder thematisieren. Die Spiele parodieren bekannte Videospiele wie Tetris oder Flappy Bird und sorgen für heftige Reaktionen.
Das Weiße Haus unter Donald Trump hat eine neue Website mit dem Namen Arcade.Gov veröffentlicht, auf der Nutzerinnen und Nutzer Mini-Spiele spielen können, die Abschiebungen von Migranten, den Bau einer Grenzmauer und Bitcoin-Geschenke für Kinder thematisieren. Die Spiele sind als Parodien auf bekannte Videospiel-Klassiker gestaltet und wurden über die offiziellen Social-Media-Kanäle der Regierung beworben.
Eines der Spiele namens „Rio Run“ erinnert an den Klassiker Snake: Die Spielerfigur, ein Mann im Geschäftsanzug, sammelt eine Kette von Gefangenen in orangefarbenen Overalls ein. Am Ende des Spiels wird die Zahl der erfolgreich „Abgeschobenen“ auf dem Bildschirm angezeigt. Ein weiteres Spiel namens „Build the Wall: Zombie Border Siege“ ist eine Tetris-Variante, bei der Spieler Ziegelsteine stapeln müssen, um die „Südgrenze“ zu verteidigen. Grüne Außerirdische dringen von rechts ins Bild ein und stören die fallenden Tetrominos.
Das Spiel „Flappy Bill“ parodiert den bekannten Vogel-Spiel-Hit Flappy Bird: Hier muss ein Gesetzentwurf durch die Luft fliegen und dabei das Kapitol passieren. In „Supply Line“ schlagen Spieler angeblich ungesunde Lebensmittel wie Energy-Drinks von einem Schulkantinen-Fließband, während sie Gemüse durchlassen. Das Spiel „Trump Savings Tycoon“ schließlich lässt Spieler Memecoins und Geldscheine einsammeln, die über der Skyline von Washington D.C. mit dem Kapitol und einem großen Baukran herabregnen – mit dem Ziel, die „Trump-Konten“ der eigenen Kinder zu füllen.
Die Website wird auf Social Media mit Videos beworben, die die Startanimationen von PlayStation 2, Xbox 360 und Nintendo GameCube nachahmen. Auch das Sega-Logo wurde abgewandelt und zeigt nun den Schriftzug „Maga“. Die Reaktionen auf die Website sind erwartungsgemäß gespalten: Während Anhänger Trumps die Spiele feiern, stoßen sie bei Kritikern auf Unverständnis und Empörung.
Besonders die Nutzung von geistigem Eigentum und Anspielungen auf bekannte Videospiele sorgt für Kritik. Nintendo gehört zu den Unternehmen, die die Trump-Regierung bereits für die Verwendung ihrer Marken und Musik zur Rechenschaft gezogen haben. Die Regierung zeigt sich davon unbeeindruckt. Bereits im März hatte Steve Downes, der Synchronsprecher von Master Chief aus der Halo-Reihe, gefordert, das Weiße Haus solle seine Stimme aus einem Social-Media-Video entfernen, das er als „widerlich und kindisch“ bezeichnete. Im Oktober des Vorjahres hatte Microsoft geschwiegen, nachdem Trump ein KI-generiertes Bild von sich als Master Chief veröffentlicht hatte und das Heimatschutzministerium Halo zur Bewerbung der Einwanderungsbehörde ICE genutzt hatte.
Die Regierung verteidigt ihre Social-Media-Strategie. Abigail Jackson, Sprecherin der Trump-Regierung, sagte gegenüber der New York Times: „Mit ansprechenden Beiträgen und starken Memes kommunizieren wir erfolgreich die äußerst populäre Agenda des Präsidenten. Es gibt einen Grund, warum so viele Menschen versuchen, unseren Stil zu kopieren – unsere Botschaft kommt an.“
Kritiker sehen in den Spielen einen weiteren Versuch, von ernsteren Themen wie Kriegen und Klimawandel abzulenken. Die Empörung über solche Aktionen trage letztlich nur dazu bei, die Reichweite der Inhalte zu vergrößern, heißt es. Die Website ist Teil einer Reihe provokativer Social-Media-Aktionen der Regierung, die bewusst auf Aufmerksamkeit und Diskussionen ausgerichtet sind.



