Gesellschaft 3 Min. Lesezeit Von Lukas Seifert
Miami-Dade-Polizei kritisiert Pläne für GTA-6-Event in Miami
Der Bürgermeister von Miami-Dade wirbt bei Rockstar Games für ein Event, das Teile der Region in Schauplätze von Grand Theft Auto 6 verwandeln soll. Polizei und Justiz laufen Sturm gegen die Pläne.
Der Bürgermeister von Miami-Dade in Florida versucht, Rockstar Games für ein Marketing-Event zu gewinnen, bei dem Teile des Bezirks in Nachbildungen von Schauplätzen aus Grand Theft Auto 6 verwandelt werden sollen. Gegen die Pläne regt sich jedoch Widerstand von Polizei und Justiz. Das Spiel selbst ist von Miami inspiriert – nun droht die Simulation die Realität zu kolonisieren.
Das vorgeschlagene Publicity-Event soll unter anderem ein „immersives Ankunftserlebnis“ am Miami International Airport umfassen, mit Schildern für Vice City und Flugzeugen im GTA-6-Design. Auch beklebte Metromover-Stadtbahnen und speziell gestaltete Kanaldeckel sind Teil des Konzepts. Es ist ein vorhersehbarer Versuch, einen Teil der GTA-Marketinggelder abzugreifen und wohlhabende Fans des Spiels in die Region zu locken.
Ebenso vorhersehbar ist der Widerstand: Mehrere Personen, insbesondere Polizeivertreter, sehen Probleme darin, ihre Nachbarschaft als Nachbildung eines Grand-Theft-Auto-Spiels darzustellen. Miami-Dade-Sheriff Rosie Cordero-Stutz und Kommissar Juan Carlos Bermudez haben sich bereits öffentlich gegen den möglichen Deal ausgesprochen. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie: „Wir sollten das Miami-Dade bewerben, das wir so hart aufgebaut haben, nicht eine fiktive Version unserer Gemeinschaft, die durch Kriminalität und Gewalt definiert ist.“
Die Beamten sehen in dem Spiel offenbar genau das verkörpert, was sie nach eigenen Worten „jeden einzelnen Tag zu verhindern“ versuchen. Die Kritik richtet sich nicht gegen das Spiel selbst, sondern gegen die Botschaft, die eine solche Umgestaltung öffentlicher Räume senden würde. Die Region habe in den vergangenen Jahren hart daran gearbeitet, ihr Image zu verbessern, so die Argumentation der Gegner.
Bislang ist unklar, ob Rockstar Games auf das Angebot des Bürgermeisters eingehen wird. Das Unternehmen hat sich zu den Vorschlägen noch nicht öffentlich geäußert. Auch Details zu Kosten oder Zeitplan des möglichen Events wurden nicht bekannt gegeben. Die Diskussion zeigt jedoch, wie eng Marketing, Popkultur und öffentliche Wahrnehmung in Zeiten großer Spieleveröffentlichungen miteinander verwoben sind.
Grand Theft Auto 6 gehört zu den am meisten erwarteten Spielen der kommenden Jahre. Die Spielreihe ist bekannt für ihre satirische Darstellung von Kriminalität und Gewalt in amerikanischen Großstädten. Dass eine echte Stadt nun Teile ihres öffentlichen Raums für ein solches Spiel zur Verfügung stellen will, sorgt über die lokale Politik hinaus für Diskussionen.



