Gesellschaft 4 Min. Lesezeit Von Lukas Seifert
Met Police stellt Ermittlungen gegen Bobby Vylan ein
Die britische Polizei hat ihre Ermittlungen gegen den Rapper Bobby Vylan wegen eines umstrittenen Slogans bei einer Demonstration in London eingestellt. Vylan kritisiert die Behörden scharf und fordert, sie sollten „echte Arbeit“ leisten.
Gegen den britischen Rapper Bobby Vylan wird nach einem umstrittenen Sprechchor bei einer Demonstration in London keine weitere polizeiliche Maßnahme ergriffen. Die Metropolitan Police teilte mit, dass nach Rücksprache mit der Kronanwaltschaft keine weiteren Schritte erfolgen. Vylan, bürgerlich Pascal Robinson-Foster, reagierte mit deutlicher Kritik an den Ermittlern und forderte sie auf, „echte Arbeit“ zu leisten.
Hintergrund war ein Vorfall am 15. März bei einer Al-Quds-Demonstration in London, bei dem Vylan den Satz „Tod, Tod der IDF“ skandierte. Die Abkürzung IDF steht für die israelischen Streitkräfte. Die Polizei hatte damals erklärt, die Sprache werde geprüft, und dabei auch die Sorgen jüdischer Gemeinden in London erwähnt. Nun stellte die Behörde fest, dass nach Prüfung der rechtlichen Lage keine weiteren Schritte erfolgen.
Es war nicht das erste Mal, dass Vylan wegen dieses Slogans ins Visier der Ermittler geriet. Bereits im Sommer 2025 hatte er denselben Spruch während seines Auftritts beim Glastonbury-Festival gerufen, der live in der BBC-Mediathek übertragen wurde. Die zuständige Polizei von Avon und Somerset stellte die Ermittlungen im Dezember ohne Konsequenzen ein. Vylan wies nun darauf hin, dass er bereits zweimal von verschiedenen Behörden untersucht worden sei, ohne dass es zu einer Anklage kam.
Der Musiker äußerte sich auf der Plattform X sarkastisch über die erneute Prüfung durch die Met Police. Er sprach von „Belästigung“ und fragte, ob Polizeichef Mark Rowley Anrufe von Freunden erhalten habe. Nach dem jüngsten Entscheid schrieb er, die Polizei habe fünf Monate mit Ermittlungen verbracht, obwohl dieselbe Sache bereits von einer anderen Behörde fallengelassen worden sei. Er forderte die Beamten auf, ihre Ressourcen für wichtigere Aufgaben zu nutzen.
Die Metropolitan Police erklärte, man habe frühzeitig rechtlichen Rat eingeholt und nach dessen Prüfung entschieden, keine weiteren Schritte zu unternehmen. Man werde weiterhin mit Gemeindevertretern zusammenarbeiten, um die Sicherheit jüdischer Londoner zu gewährleisten. Vylan kündigte an, sich von möglichen rechtlichen Konsequenzen nicht einschüchtern zu lassen.
Der Fall ist Teil einer größeren Auseinandersetzung zwischen dem Künstler und öffentlichen Institutionen. Bereits im Sommer kündigte Bob Vylan an, rechtliche Schritte gegen die BBC einzuleiten. Der Sender hatte die Ausstrahlung des Glastonbury-Auftritts als „zutiefst bedauerlich“ bezeichnet und die Äußerungen als „antisemitisch“ und „völlig inakzeptabel“ kritisiert. Die BBC räumte ein, dass der Livestream hätte abgebrochen werden müssen.
Vylan warf der BBC vor, versuchen zu wollen, Stimmen gegen angebliche Verbrechen in Palästina zum Schweigen zu bringen. Er kritisierte, dass der Sender seine Reden bearbeitet und Dokumentationen blockiert habe. Die BBC wollte sich zu laufenden Gerichtsverfahren nicht äußern. Der Musiker betonte, er nehme den Rechtsstreit gerne auf sich, um ein Zeichen zu setzen.



