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Freitag, 28. August 2026 · Berlin

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Russland droht Großbritannien mit Angriffen auf Militärziele

Moskau warnt London vor „katastrophalen Konsequenzen“, falls die Ukraine britische Marschflugkörper gegen Ziele tief in Russland einsetzt. Hintergrund sind Vorwürfe, Kiew habe mit Storm-Shadow-Raketen ein Einkaufszentrum in Donezk beschossen.

Russland droht Großbritannien mit Angriffen auf Militärziele
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Russland hat Großbritannien erneut mit Angriffen auf britische Militäreinrichtungen gedroht. Sollte die Ukraine Langstrecken-Marschflugkörper britischer Bauart gegen Ziele tief im russischen Territorium einsetzen, könnten „alle britischen Militäranlagen und Ausrüstung in der Ukraine und darüber hinaus“ ins Visier genommen werden, erklärte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Donnerstag in Moskau. Sie sprach von „katastrophalen Konsequenzen“, falls London seinen Kurs nicht ändere.

Hintergrund der erneuten Eskalation ist ein Vorwurf aus Moskau: Die Ukraine habe am Vortag mit britischen Storm-Shadow-Raketen ein Einkaufszentrum im von Russland kontrollierten Donezk beschossen und dabei Zivilisten verletzt, darunter Kinder. Großbritannien sei damit „einen Schritt“ davon entfernt, sich rechtlich an einem von Moskau als „Terrorismus“ bezeichneten Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung zu beteiligen, sagte Sacharowa. Sie forderte die britische Führung auf, die „feindselige, aggressive Linie“ sofort und unmissverständlich aufzugeben, um eine Eskalation des Konflikts auf eine „völlig neue Ebene“ zu verhindern.

Die Drohung kommt wenige Tage nach dem Besuch des britischen Premierministers Andy Burnham in Kiew zum Unabhängigkeitstag der Ukraine am 24. August. Bei dem Besuch kündigte Burnham an, ein Rüstungskonzern könne klassifizierte Informationen über britische Komponenten der Langstreckenrakete SCALP freigeben. Die Ukraine und Frankreich wollen demnach Montagelinien für den Marschflugkörper in der Ukraine aufbauen. Die SCALP ist die französische Version des britischen Storm Shadow und kann Ziele in mehr als 250 Kilometern Entfernung treffen.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow warf Großbritannien vor, sich „am Krieg zu beteiligen“ und „Öl ins Feuer zu gießen“. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums entgegnete, London stehe „Schulter an Schulter“ mit der Ukraine und werde Kiew weiterhin mit der Ausrüstung versorgen, die es zur Verteidigung gegen die „illegale Invasion“ von Präsident Wladimir Putin benötige. Russland solle keinen Zweifel an der Entschlossenheit der britischen Regierung haben, sich der russischen Aggression entgegenzustellen.

Burnham selbst wies die russischen Drohungen während seines Kiew-Besuchs als „ungeheuerlich“ zurück und betonte, die Unterstützung Großbritanniens für die Ukraine werde nicht wanken. Bereits am 17. August hatte Russland London gewarnt, es werde einen „Preis“ zahlen, nachdem die Times berichtet hatte, dass britische Drohnen erstmals für Angriffe auf militärische und industrielle Ziele in Russland eingesetzt worden seien. Das britische Verteidigungsministerium bestätigte dies nicht.

Die jüngsten Äußerungen fallen in eine Phase wachsender Spannungen zwischen Russland und dem Westen. Präsident Donald Trump zeigte sich unterdessen unbeeindruckt: In einem Telefoninterview mit Axios sagte er, er sei nicht besorgt, dass Russland ein NATO-Mitglied angreifen werde. Parallel bestätigte der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes SVR, Sergei Naryschkin, ein Treffen mit CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau. Beide Seiten bezeichneten das Gespräch als routinemäßig.