Kultur 4 Min. Lesezeit Von Lukas Seifert
«Star Wars: Galactic Racer» will Rennspiele aus ihrer Komfortzone holen
Das neue Spiel «Star Wars: Galactic Racer» von Fuse Games kombiniert Arcade-Racing mit Roguelite-Elementen und Wettmechaniken. Entwickler-CEO Matt Webster erklärt, warum das Genre eine Modernisierung braucht und wie der Mehrspielermodus mit Wetten auf das eigene Abschneiden für Spannung sorgt. Release ist am 6. Oktober.
Rennspiele gelten seit Jahrzehnten als ausgereizt – doch «Star Wars: Galactic Racer» will beweisen, dass das Genre noch Überraschungen bereithält. Das neue Spiel des Entwicklerstudios Fuse Games verbindet klassisches Arcade-Racing mit Roguelite-Mechaniken und Elementen aus «Burnout». Herauskommen soll eine Mischung, die laut Studio-CEO Matt Webster die Rennspiel-Landschaft nachhaltig verändern könnte.
«Unsere Absicht war es, das Genre wirklich voranzubringen», sagte Webster im Gespräch mit GameSpot. «Wir haben in der Vergangenheit viele Rennspiele gemacht und lieben Rennen. Dieses Spiel entstand aus einer gemeinsamen Liebe zu Rennspielen und Star Wars – aber es musste sich weiterentwickeln. Es musste sich verändern und modernisiert werden. Es ist wahrscheinlich das letzte große Genre, das noch keine transformative Übernahme von Elementen aus anderen Genres erlebt hat.»
Die Idee: ein Rennspiel, das wie ein Abenteuer mit Story und Charakteren funktioniert, aber in eine sogenannte Runs-basierte Struktur eingebettet ist. Runs-basierte Spiele sind auf unendliche Wiederspielbarkeit ausgelegt – ein Prinzip, das laut Webster perfekt zum Rennsport passt. «Unsere These war, dass diese Dinge eine großartige Mischung ergeben. Jetzt, wo das zum Leben erwacht, kommen die Leute wegen der Star-Wars-Arcade-Action – aber da steckt eine Menge Tiefe drin.»
Optisch erinnert der Titel an den Kult-Klassiker «Star Wars: Episode 1 – Racer» aus dem Jahr 1999. Doch während sich das Original auf reine Geschwindigkeit konzentrierte, setzt der Nachfolger auf strategische Entscheidungen: Spielerinnen und Spieler müssen ihre Fahrzeuge zwischen den Rennen aufrüsten, Risiken eingehen und ihre Ressourcen klug verwalten. Die Roguelite-Struktur sorgt dafür, dass jeder Durchlauf anders verläuft – wer scheitert, startet mit neuen Erkenntnissen und anderen Ausrüstungsteilen erneut.
Auch der Mehrspielermodus folgt dieser Logik. Fuse Games verspricht eine Lösung, die das Run-Prinzip auf Online-Wettkämpfe überträgt. «Im Mehrspielermodus haben wir die Run-basierte Jagd auf etwa 25 bis 30 Minuten komprimiert», erklärte Webster. «In den Speeder-Touren gibt es zwölf Spieler, in den Pod-Racing-Touren acht. Die Touren folgen derselben Struktur mit sechs Events. Die ersten fünf Events sind ein Aufbau-Wettlauf: Deine Endplatzierung bestimmt, welche Belohnungen und Teile du bekommst. Aber wichtig ist: Du wettest auf deine Endplatzierung.»
Diese Wettmechanik soll verhindern, was viele Online-Rennspiele laut Webster frustrierend macht: Wer nicht gewinnt, verliert schnell das Interesse. «Wenn ich selbstbewusst bin, gehe ich All-in und sage, ich komme unter die ersten drei. Wenn ich das schaffe, bekomme ich eine epische Belohnung. Wenn nicht, gibt es eine schlechtere Belohnung. Oder man sagt Top neun – wenn man das erreicht, bekommt man einen ordentlichen Teil-Drop. So hat jeder eine Chance auf Fortschritt. Das löst ein großes Problem, das wir in der Vergangenheit hatten: Wenn man online nicht Erster wurde, dachte man: ‚Na gut, ich bin fertig, ich versuche mein Glück woanders.‘ Jetzt hat jeder die Chance, den Sieg noch zu erkämpfen, denn die ersten fünf Events drehen sich darum, das beste Fahrzeug für das Showdown-Event zu bauen. Beim letzten Event geht es um alles – und dort wettet man darauf, wer gewinnt.»
«Star Wars: Galactic Racer» erscheint am 6. Oktober für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Ob der Ansatz von Fuse Games das Rennspiel-Genre tatsächlich neu erfindet, wird sich dann zeigen – die Mischung aus Nostalgie, Risiko und Strategie klingt zumindest nach einem frischen Konzept in einem oft konservativen Genre.



