Junkr

Freitag, 28. August 2026 · Berlin

Suche

Kultur 4 Min. Lesezeit Von

State of Decay 3 überrascht mit zugänglichem Koop-Spielprinzip

Auf der Gamescom zeigte sich State of Decay 3 als überraschend einsteigerfreundlich. Das Zombie-Survival-Spiel setzt auf Gemeinschaft, individuelle Charaktere und taktische Tiefe, statt nur auf Härte und Action.

State of Decay 3 überrascht mit zugänglichem Koop-Spielprinzip
Walmart Has Apple AirPods Pro 3 Down to Just $144

State of Decay 3 hat auf der Gamescom mit einem überraschend zugänglichen Spielprinzip überzeugt. Der lang erwartete Zombie-Survival-Titel richtet sich nicht nur an Genre-Veteranen, sondern öffnet sich auch Neueinsteigern, die bisher wenig Erfahrung mit Mehrspieler-Actionspielen haben. Statt auf reine Härte setzt das Spiel auf Gemeinschaft, individuelle Charaktere und taktische Entscheidungen.

Die Spielfiguren werden prozedural aus einer scheinbar unendlichen Kombination von Fähigkeiten, Stärken, Schwächen und Eigenschaften zusammengesetzt. So sind manche Charaktere besonders mutig und erhalten dadurch mehr Gesundheit und Ausdauer, ziehen aber durch ihre Lautstärke auch mehr Feinde an. Andere sind scharfe Schützen, verbrauchen jedoch durch lange Duschen viel Wasser. Diese Details machen aus den Spielfiguren echte Persönlichkeiten mit eigener Vergangenheit und Zukunft, um die man sich kümmern muss.

Die Motivation, gegen die Zombie-Bedrohung vorzugehen, entsteht nicht nur aus Überlebenszwang, sondern auch aus dem Wunsch, die eigene Siedlung zu schützen. Jede Kartenregion bietet eigene vorgefertigte Einrichtungen und zusätzliche Bauplätze für individuelle Entscheidungen. Ob bessere Wasserversorgung, mehr Munition oder Nahrungsanbau – die Bedürfnisse der Gemeinschaft bestimmen die Prioritäten. Allerdings muss man für jeden neuen Standort sein Leben riskieren.

Neu eingeführt wurden sogenannte Plague Nests, dynamische Knotenpunkte, die die Zombie-Bedrohung ausbreiten. Diese Nester senden immer mehr Untote aus, die Gebiete sichern und ihren Einflussbereich ausdehnen. Die Plague Hearts sind der Schlüssel zur Verteidigung: Wer sie zerstört, befreit die Umgebung. Doch nach dem Sieg muss man sicherstellen, dass die eigenen Ressourcen, Kräfte und Menschen für die Übernahme ausreichen. Ein mögliches Spielende ist übrigens der kollektive Verlust der Moral – die Gemeinschaft gibt dann einfach auf.

Besonders der Mehrspieler-Modus erweist sich als einladend. Spieler, die keine präzisen Kopfschüsse landen, können sich stattdessen um Handwerksmaterialien kümmern oder mit dem Auto durch Horden fliehen. In der Vorschau zeigte sich, wie unterschiedliche Spielstile sich ergänzen: Während einige Teilnehmer Geschäfte plünderten, sicherte ein anderer das Außengelände ab. Als die Lage eskalierte, eilten die Mitspieler zur Hilfe und ermöglichten auch unerfahrenen Spielern, sich nützlich zu fühlen.

Die taktische Tiefe geht über einfaches Schießen hinaus. Die Gegner verhalten sich je nach Strategie und Intelligenzlevel unterschiedlich: Manche nähern sich schnell den Siedlungen, andere ziehen gemächlich durch die Gegend und sichern dabei Orte. Auch die Charakterentwicklung spielt eine Rolle: Eigenschaften lassen sich durch harte Arbeit langsam verbessern, wenn auch nicht vollständig. Bei der Mission zur Zerstörung eines Plague Nests musste das Team genau abwägen, welche Charaktere geeignet waren. Während kampfbereite Mitglieder den Einsatz übernahmen, blieben andere zurück, um die bestehende Basis zu versorgen.

Der Angriff selbst geriet zu einem chaotischen Unterfangen: Ein Charakter zog mit Lärm und Feuer die Feinde auf sich, ein anderer gab Deckungsfeuer. Das Plague Heart, eine pulsierende Masse mit giftigem Nebel und elektrischen Schockwellen, reagierte auf Schüsse mit zunehmender Aggression. Am Ende standen die Spieler vor einem Inferno aus Flammen, Bissen und Erschöpfung – doch die Zerstörung des Herzens belohnte den Einsatz. State of Decay 3 schafft damit den Spagat zwischen Anspruch und Zugänglichkeit.

Marlene Brandt

Autor

Kulturkorrespondentin

Marlene Brandt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.