Kultur 4 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Hideo Kojima wird 63: „Die Zeit, die mir bleibt, wird weniger“
Metal-Gear-Schöpfer Hideo Kojima blickt an seinem 63. Geburtstag auf seine Karriere zurück. Er will weiter Spiele entwickeln, obwohl er immer mehr Angebote bekommt und die verbleibende Zeit schwindet.
Hideo Kojima, der Schöpfer von „Metal Gear Solid“ und „Death Stranding“, hat an seinem 63. Geburtstag über das Älterwerden und seine Zukunft als Spieleentwickler gesprochen. In Beiträgen auf seinen japanischen und englischen X-Accounts schrieb er, dass mit zunehmendem Alter sowohl die Dinge, die er tun müsse, als auch die Dinge, die er tun wolle, weiter zunähmen. Gleichzeitig werde die Zeit, die ihm für all das bleibe, immer weniger. Er müsse ständig neu bewerten, wie er seine Zeit nutze und wie er sein Leben gestalte.
Trotz zahlreicher Angebote und Möglichkeiten außerhalb der Spielebranche betonte Kojima, dass sein Hauptziel weiterhin die Entwicklung von Videospielen sei. „Während ich weiterhin verschiedene Möglichkeiten und Angebote erhalte, möchte ich mich auf das Erschaffen von Spielen konzentrieren“, erklärte er. Einmal begonnene Projekte wolle er zu Ende bringen. Das Jahr 2026 ist für Kojima in doppelter Hinsicht bedeutsam: Es markiert 40 Jahre, seit er 1986 bei Konami seine Karriere begann, und zugleich das zehnjährige Bestehen seines eigenen Studios Kojima Productions, das er nach seinem Abschied von Konami gründete.
Seinen Geburtstag verbrachte Kojima eigenen Angaben zufolge am Morgen mit dem Hören der Single „Vienna“ von Ultravox auf Schallplatte. Seine Kollegen bei Kojima Productions überraschten ihn mit einer individuell gestalteten Torte, die ein Foto von ihm in Polizeiuniform zeigte. Das Bild stammt aus seinem jüngsten Cameo-Auftritt in der japanischen TV-Serie „Vivant“, in der er den Polizeichef von Tokio spielte. Für die Rolle wurde er digital gealtert, da er für die Figur angeblich zu jung aussah.
Der Regisseur von „Vivant“, Yohei Miyazaki, der zuvor in Kojimas Radiosendung KOJI10 zu Gast war, gratulierte ihm ebenfalls. „Obwohl er in Bezug auf Sensibilität, Weltanschauung und Erscheinung so viel jünger wirkt, sind die Dinge, die er getan hat, so legendär, dass es einen umhaut“, schwärmte Miyazaki. Auch Branchengrößen wie Geoff Keighley und der Regisseur des kommenden „Watch Dogs“-Films, Mathieu Turi, übermittelten Glückwünsche und teilten Fotos mit dem „Policenauts“-Schöpfer.
Im Rahmen des Studio-Jubiläums kündigte Kojima an, dass die Azabudai Hills Gallery in Tokio von Ende Oktober bis Dezember 2026 eine besondere Ausstellung zum zehnten Jahrestag von Kojima Productions zeigen werde. Fans, die sich zu dieser Zeit in Tokio aufhalten, könnten sich die Schau ansehen.
Nach der Veröffentlichung von „Death Stranding 2: On the Beach“ im vergangenen Jahr arbeitet Kojima weiterhin an OD, einem Horrorprojekt für Xbox. Ein Erscheinungsdatum steht noch nicht fest. Bereits im Juni versprach er: „Ich kann nicht viele Details verraten, aber es ist etwas, das noch niemand zuvor gesehen hat. Ein neues Spielsystem.“ Kojimas bisherige Spiele haben immer wieder mit dem Spieler interagiert und die vierte Wand durchbrochen. Ein bekanntes Beispiel ist der Bosskampf gegen Psycho Mantis in „Metal Gear Solid“, bei dem der Gegner die Speicherkarte der Spieler zu lesen schien und man den Controller in einen anderen Anschluss der PlayStation umstecken musste, um ihn zu besiegen.



