Technologie 4 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Xbox dementiert Berichte über Ende der Day-One-Spiele im Game Pass
Nach einem Leak über mögliche Änderungen am Xbox Game Pass hat Microsoft klargestellt, dass keine Entscheidungen finalisiert wurden. Der Bericht deutet auf günstigere Abos mit Werbung hin, bei denen neue Spiele nicht mehr zum Start enthalten wären.
Microsoft hat Spekulationen über eine grundlegende Änderung des Xbox Game Pass zurückgewiesen. Ein Sprecher erklärte, es gebe derzeit nichts anzukündigen und keine finalisierten Pläne. Zuvor waren im Netz Details zu einem möglichen Umbau des Abodienstes aufgetaucht, die darauf hindeuten, dass neue Spiele künftig nicht mehr am ersten Tag im Game Pass erscheinen könnten.
Die Informationen stammen von einem Nutzer des Videospiel-Forums ResetEra, der in der Vergangenheit bereits korrekt über Änderungen am Game Pass berichtet hatte. Demnach plant Microsoft zwei Varianten des Dienstes: eine günstigere mit Werbung für 12,99 US-Dollar pro Monat und eine werbefreie für 19,99 US-Dollar monatlich oder 239,99 US-Dollar jährlich. Die werbefreie Option würde im Vergleich zum aktuellen Preis eine Ersparnis von rund drei Dollar pro Monat bedeuten, allerdings mit der Einschränkung, dass neue Spiele nicht mehr zum Veröffentlichungstag verfügbar wären.
Zusätzlich sollen Cloud-Streaming und ein Familienabonnement künftig separat gebucht werden müssen und jeweils 5,99 US-Dollar pro Monat kosten. Auch für Online-Multiplayer ist offenbar eine separate Gebühr im Gespräch, wobei die Details hier unklar bleiben. Das erinnert an eine Art Xbox Game Pass Essential, bei der Nutzer entweder nur für das Online-Spiel zahlen oder zusätzlich Zugriff auf eine Spielebibliothek erhalten.
Microsofts Reaktion auf die Berichte fiel bemerkenswert zurückhaltend aus. Ein Sprecher sagte gegenüber einem Reporter des Wirtschaftsmagazins Forbes, man teste regelmäßig verschiedene Game-Pass-Angebote und schaue, was für Spieler in unterschiedlichen Märkten am besten funktioniere. Es gebe heute keine Änderungen anzukündigen und keine finalisierten Pläne. Zudem betonte das Unternehmen, dass es keine Änderungen an bereits angekündigten Spielen gebe, die am ersten Tag im Game Pass Ultimate erscheinen sollen. Die Formulierung widerlegte den Leak damit nicht direkt, sondern verwies lediglich auf den fehlenden Abschluss der Planungen.
Die Diskussion über Werbung im Game Pass ist nicht neu. Xbox-Managerin Asha Sharma hatte bereits zuvor die Möglichkeit ins Spiel gebracht, Werbung einzusetzen, um den Preis von Diensten wie dem Game Pass zu senken. Dass eine werbefinanzierte Variante im kommenden Jahr eingeführt werden könnte, überrascht daher nur bedingt.
Schon seit längerem wird darüber spekuliert, dass Microsoft Schwierigkeiten hat, die Kosten für Day-One-Spiele im Game Pass auszugleichen. Der Preis für Game Pass Ultimate war zwischenzeitlich stark gestiegen, und im vergangenen Herbst wurde Call of Duty von der Day-One-Inklusion ausgenommen. Würde Microsoft neue Spiele ganz aus dem Day-One-Angebot des Game Pass entfernen, könnte der Dienst weniger als Verlustgeschäft fungieren und mehr Xbox-Besitzer dazu bringen, die teuer produzierten Spiele direkt zu kaufen. Für viele Abonnenten wäre das jedoch ein erheblicher Attraktivitätsverlust, der wohl zu Kündigungen führen dürfte.
Unabhängig von den Spekulationen laufen die regulären Ankündigungen für den Game Pass weiter. Erst kürzlich bestätigte Microsoft eine zweite Welle von Titeln für September 2026, darunter Ninja Gaiden 4, Dune Awakening und Call of Duty: Black Ops 6. Diese Spiele erscheinen je nach Abo-Stufe zu unterschiedlichen Terminen. Gleichzeitig verlassen mehrere Titel den Dienst zum Monatsende, darunter Atomfall, Sifu und Little Nightmares 2 Enhanced Edition. Diese laufenden Updates zeigen, dass der Game Pass trotz der ungeklärten Zukunft der Day-One-Strategie weiterhin mit neuen Inhalten versorgt wird.



