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Mittwoch, 16. September 2026 · Berlin

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Trails in the Sky 2nd Chapter: Remake überzeugt mit neuem Kampfsystem

Falcoms Remake von Trails in the Sky 2nd Chapter verbindet die Originalgeschichte mit moderner Grafik, voller Vertonung und einem Hybrid-Kampfsystem aus Echtzeit und Rundenstrategie. Estelle Brights Suche nach Joshua wird dabei emotionaler und cineastischer erzählt als je zuvor.

Trails in the Sky 2nd Chapter: Remake überzeugt mit neuem Kampfsystem
Trails In The Sky 2nd Chapter Review

Falcom setzt die Neuauflage der Trails-in-the-Sky-Reihe fort: Nach dem gelungenen Remake des ersten Kapitels erscheint nun Trails in the Sky 2nd Chapter als modernisierte Fassung des ursprünglichen Rollenspiels. Der Titel knüpft direkt an das Ende seines Vorgängers an und erzählt die Geschichte von Estelle Bright, die nach dem plötzlichen Verschwinden ihres Adoptivbruders und besten Freundes Joshua dessen wahre Herkunft aufklären und ihn nach Hause bringen will.

Die Handlung führt die Spielerinnen und Spieler erneut durch das Königreich Liberl, wobei die Reihenfolge der besuchten Städte und Schauplätze im Vergleich zum ersten Kapitel neu arrangiert wurde. Hinzu kommt eine komplett andere Auswahl an Nebenquests, sodass der Weg durch die bekannte Welt weniger wie eine Wiederholung und mehr wie eine Rückkehr an vertraute Orte wirkt. Die Geschichte vertieft zudem die kultischen Enthüllungen, die am Ende des ersten Kapitels angedeutet wurden, und verleiht dem zweiten Teil von Beginn an höhere Einsätze und eine emotionalere Wucht.

Besonders die Figuren tragen zur Atmosphäre bei. Estelles unbeschwerte und selbstbewusste Art bildet einen starken Kontrast zu Joshuas nun grüblerischer Stimmung. Auch Nebenfiguren wie die theaterbegeisterten Olivier und Blueblanc sorgen mit überladenen Gedichtduellen für Unterhaltung. Erstmals sind die Dialoge vollständig vertont, während die Originalsprecher von Estelle und Joshua ihre Rollen erneut übernehmen – ein Moment, der langjährige Fans besonders freuen dürfte.

Spielerisch setzt das Remake auf ein Hybrid-Kampfsystem, das aus späteren Trails-Titeln übernommen wurde. In Echtzeit können Gegner auf dem Feld attackiert und betäubt werden, bevor das Geschehen in rundenbasierte Kämpfe übergeht. Zusätzlich kommen Brave Points zum Einsatz, die durch kritische Treffer oder das Ausschalten betäubter Gegner gesammelt werden und mächtige Folgeangriffe ermöglichen. Für Puristen mag die Abkehr vom rein rundenbasierten Original eine Umstellung sein, doch sie macht den größten Unterschied zur Urfassung aus.

Die optische Überarbeitung im anime-inspirierten Stil sorgt für kräftigere Farben und eine neue Sicht auf vertraute Schauplätze. Übergänge zwischen den Kampfphasen laufen flüssiger, dynamische Kamerawinkel und harte Schnitte verleihen Attacken und Crafts eine cineastische Note. Nahaufnahmen der Gesichter zeigen die Anstrengung der Figuren, was mit den ursprünglichen Top-Down-Sprites nicht möglich war. Die neuen Modelle und Animationen wirken in Gameplay und Zwischensequenzen deutlich weniger steif und verleihen den ernsteren Momenten mehr Gewicht.

Auch die politischen Intrigen und Umwälzungen der Spielwelt sowie die Ursprünge späterer Ereignisse der Reihe werden klarer herausgearbeitet. Die Geschichte von Trails in the Sky 2nd Chapter findet dabei ein Tempo, das Estelles und Joshuas Handlungsbögen sauber und konzentriert abschließt, ohne sie künstlich in die Länge zu ziehen – ein Problem, das spätere Trails-Sagas bei anderen Protagonisten zeitweise hatten. Statt mit divergenten Handlungssträngen und zusätzlichen Roguelite-Dungeons überladen zu sein, bleibt das Abenteuer geradlinig und gut nachvollziehbar.

Eine Schwäche zeigt sich jedoch im letzten Kapitel vor dem Finale: Die Handlung zwingt zu einem Rückweg durch bereits besuchte Orte, wobei nahezu alle zuvor freigeschalteten Schnellreisepunkte verschwinden und erneut aktiviert werden müssen. Dieser Abschnitt gerät dadurch ins Stocken und bremst den sonst so flüssigen Spielfluss spürbar aus.

Insgesamt profitiert das Remake von über 20 Jahren Serienerfahrung und 13 vorangegangenen Trails-Spielen. Es bewahrt die Stärken der Originalfassung – Geschichte, Nebenquests und Charaktere – und kombiniert sie mit zeitgemäßer Technik und einem überarbeiteten Kampfsystem. Für Neueinsteiger wie für langjährige Fans bietet Trails in the Sky 2nd Chapter damit einen zugänglichen Weg, die Ursprünge der Reihe in moderner Form zu erleben.

Leonie Vogt

Autor

Gesellschaftsreporterin

Leonie Vogt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.