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Mittwoch, 16. September 2026 · Berlin

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Kultur 4 Min. Lesezeit Von

«Slow Horses» Staffel 6: Verstorbene Agenten und ein überraschender Auftritt

Die sechste Staffel von «Slow Horses» startet mit einem düsteren Wiedersehen: Ex-Agenten von Slough House sterben, während Jackson Lamb und sein Team erneut ins Zentrum einer Verschwörung geraten. Die Premiere verbindet schwarzen Humor mit persönlichen Tragödien und lässt alte Rechnungen aufleben.

«Slow Horses» Staffel 6: Verstorbene Agenten und ein überraschender Auftritt
Slow Horses Season Premiere Review: Who The F*** Is That?

Die sechste Staffel der britischen Spionageserie «Slow Horses» beginnt mit einem blutigen Wiedersehen. In der Auftaktfolge «Circle of Life» werden ehemalige Agenten von Slough House tot aufgefunden, was bei Jackson Lamb, dem zynischen Leiter der Abteilung, für ungewohnte Aufmerksamkeit sorgt. Die Serie, die auf den Romanen von Mick Herron basiert, bleibt ihrem Ton treu: düster, komisch und schonungslos gegenüber den eigenen Figuren.

Im Mittelpunkt der Premiere steht Struan Loy, ein ehemaliger Slough-House-Agent, der nach seiner Entlassung als Immobilienmakler für Schiffscontainer-Wohnungen arbeitet. Loy, der einst durch eine peinliche E-Mail an die damalige MI5-Chefin Tearney auffiel, wird Opfer eines Attentats. Sein Tod ist der Auftakt zu einer Reihe von Morden an ehemaligen Kollegen. Jackson Lamb kommentiert Loys Ableben mit gewohntem Spott: «In einem Feld spektakulärer Underachiever stach er wirklich als völlig nutzlos hervor.»

Die Folge führt auch ein neues, effizientes Killerduo ein, gespielt von MyAnna Buring und Kyle Soller. Buring ist bekannt aus «The Witcher», Soller aus «Andor». Die beiden morden sich durch die ehemalige Belegschaft von Slough House, ohne dass zunächst klar wird, wer sie beauftragt hat. Ihre Präsenz verstärkt die paranoide Grundstimmung der Serie und wirft die Frage auf, wer innerhalb des Geheimdienstes die Fäden zieht.

Neben der Mordserie nimmt die Premiere auch die persönliche Geschichte von River Cartwright in den Blick. Der Tod seines Großvaters David Cartwright, eines ehemaligen Spionagechefs, bedeutet für River den Verlust seiner letzten familiären Bezugsperson. Obwohl er Trauerurlaub ablehnen könnte, entscheidet er sich, weiterzuarbeiten und gerät mit der neuen First Desk aneinander, die sein Verhalten als «Trauer, Erschöpfung und Unreife» abtut. River wählt einmal mehr den schwersten Weg.

Ein weiterer Handlungsstrang dreht sich um Diana Taverner, die Lamb am Grab von David Cartwright mit einer brisanten Enthüllung konfrontiert: Lamb soll Charles Partner ermordet haben. Diese Information trifft Catherine Standish, Lambs Assistentin und ehemalige Sekretärin von Partner, ins Mark. Taverner hatte diese Andeutung bereits in einer früheren Voicemail gemacht, doch nun wird sie zur unausweichlichen Tatsache. Die Szene verdeutlicht, wie tief die Abgründe in der Vergangenheit der Figuren reichen.

Die Premiere von Staffel 6 knüpft an die Ereignisse der vorherigen Staffeln an und lässt zahlreiche Geister wiederauferstehen. So taucht auch der zwielichtige Politiker Peter Judd wieder auf, und Frank Harkness, ein alter Bekannter aus Rivers Vergangenheit, stört die Trauerfeier für David Cartwright. Die Serie bleibt damit ihrem Prinzip treu, alte Rechnungen aufleben zu lassen und die Figuren mit den Konsequenzen ihres Handelns zu konfrontieren.

Für das Publikum bedeutet der Start der neuen Staffel eine Rückkehr zu vertrauten Mustern: Slough House bleibt ein Ort für MI5-Agenten, die zu gefährlich zum Entlassen und zu sichtbar zum Töten sind. Jackson Lamb, der sich um Manieren, Hygiene und Sentimentalitäten wenig schert, verlässt sich weiterhin auf seine Arbeit und seinen Instinkt. Dass er nun persönlich betroffen ist, weil ehemalige Kollegen sterben, verleiht der Geschichte eine neue Dringlichkeit.

Die sechste Staffel von «Slow Horses» läuft auf Apple TV und wird wöchentlich neue Folgen veröffentlichen. Die Premiere macht deutlich, dass die Serie auch nach fünf Staffeln nichts von ihrer Mischung aus schwarzem Humor, Spannung und tragischen Figuren verloren hat. Wer die ersten Folgen gesehen hat, weiß: In Slough House ist niemand sicher, und die Vergangenheit holt jeden ein.

Marlene Brandt

Autor

Kulturkorrespondentin

Marlene Brandt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.