Technologie 3 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Discord will erst nach Prüfung auf GTA-6-Vorladung reagieren
Discord hat noch keine offizielle Vorladung von Take-Two erhalten. Sobald sie eintrifft, will der Messenger-Dienst ihre Gültigkeit und ihren Umfang prüfen, bevor er Daten zu mutmaßlichen GTA-6-Leaks herausgibt.
Der Chatdienst Discord hat Berichte über eine Vorladung im Zusammenhang mit den anhaltenden GTA-6-Leaks relativiert. Man habe die Vorladung von Take-Two Interactive noch nicht offiziell erhalten, teilte der Marketingdirektor des Unternehmens, Ryan K. Rigney, mit. Sobald sie eintreffe, werde man ihre Gültigkeit und ihren Umfang prüfen, bevor man reagiere.
Hintergrund ist ein juristisches Vorgehen des Publishers Take-Two, dem Mutterkonzern von Rockstar Games, gegen die Person oder Gruppe hinter dem Account „CyberLeek“. Dieser wird für die Veröffentlichung von Spielmaterial aus dem kommenden Titel „Grand Theft Auto 6“ verantwortlich gemacht. Ein Bundesrichter am United States District Court for the Southern District of New York gab dem Antrag von Take-Two statt, per Vorladung von Discord und Microsoft Informationen über mutmaßlich beteiligte Nutzer zu verlangen.
Während Microsoft bereits erklärte, mit Take-Two und Rockstar zusammenarbeiten zu wollen, schlug Discord einen vorsichtigeren Ton an. Man wolle die Rechtmäßigkeit und die Reichweite des Ersuchens genau prüfen, so Rigney. Die Vorladung stützt sich auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) und verlangt Angaben zu Nutzerkonten, die Mitglieder mehrerer Discord-Server waren. Darunter ist auch der Server des australischen GTA-Content-Creators DarkViperAU, bürgerlich Matthew Judge, der jede Beteiligung an den Leaks bestritten hat.
Kritik kommt von der Organisation Reclaim The Net, die sich für Meinungsfreiheit und Privatsphäre einsetzt. Sie wirft Take-Two vor, das Urheberrecht als Vorwand zu nutzen, um Identitäten von Nutzern zu ermitteln, die lediglich in Servern mitdiskutiert haben, in denen Leaks geteilt wurden. Die Vorladung beziehe sich nicht nur auf diejenigen, die das Material veröffentlicht haben, sondern auf alle Nutzer, die seit dem 1. Juni in den genannten Servern an Gesprächen teilgenommen haben. Einer der betroffenen Server hat mehr als 107.000 Mitglieder.
Unklar ist, ob Microsoft die Vorladung bereits erhalten hat. Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Microsoft eigenen Angaben zufolge bereits eine Untersuchung zum CyberLeek-Account eingeleitet hatte. Eine Vorladung an die Plattform X (ehemals Twitter) ist noch nicht genehmigt, was jedoch als Formalie gelten könnte. Unterdessen tauchen weiterhin neue Leaks auf, und es gibt Befürchtungen, dass CyberLeek bald größere Story-Spoiler veröffentlichen könnte. Weder Rockstar noch Take-Two haben sich bislang öffentlich geäußert.
„Grand Theft Auto 6“ soll am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X und S erscheinen.



