Technologie 3 Min. Lesezeit Von Marlene Brandt
CD-Projekt-Red-Chef sieht keine Gefahr durch mögliche Konsolen-Verzögerungen
CD-Projekt-Red-Chef Michał Nowakowski zeigt sich angesichts steigender Hardware-Preise und möglicher Verzögerungen bei Next-Gen-Konsolen gelassen. Im Interview betont er: „Content is the king“ – die Spieler würden immer einen Weg finden, gute Spiele zu spielen, egal auf welcher Plattform.
Der gemeinsame CEO von CD Projekt Red, Michał Nowakowski, zeigt sich unbeeindruckt von den aktuellen Turbulenzen auf dem Konsolenmarkt. In einem Interview mit The Game Business vom 1. September erklärte er, dass er sich keine Sorgen um mögliche Preissteigerungen oder Verzögerungen bei kommenden Konsolen-Generationen mache. Der Hintergrund: Die Preise für RAM-Speicher sind zuletzt drastisch gestiegen, was Spekulationen über teurere und später erscheinende Next-Gen-Hardware ausgelöst hat.
„Konsolen sind weiterhin notwendig, um das Publikum auf einem lockeren oder halb-lockeren Level zu erweitern. Es ist wichtig, etwas zu haben, das man einfach anschließt und mit dem Spielen genießen kann“, sagte Nowakowski. Er glaube fest daran, dass die Konsolen den Sturm überstehen werden. Die Preisgestaltung sei zwar eine objektive Herausforderung, und man höre Gerüchte über Verzögerungen der nächsten Generation, aber er wisse nicht, ob diese wahr seien. Diese Möglichkeit beunruhigt ihn jedoch nicht sonderlich.
Für Nowakowski ist der Weg, wie CD Projekt Red die Spieler erreicht, „ein wenig irrelevant“ – entscheidend sei allein der Inhalt. „Content ist der König. Und wenn der Inhalt stimmt, werden die Leute einen Weg finden, ihn zu spielen“, erklärte er. Beim Launch eines Spiels werde man dort sein, wo die Spieler sind: „Wenn PS5 und Xbox Series X/S das sind, was die Leute spielen, werden wir da sein. Wir werden ein Geschäftsmodell finden, das für uns funktioniert und für die Spieler in Ordnung ist.“
Auch die Entwicklerteams sieht er auf die Situation vorbereitet. Zwar würden sie immer nach mehr Leistung verlangen, um „das beste Zeug“ zu zeigen, doch sie seien realistisch. Sollte sich die nächste Konsolen-Generation verzögern, könnten einige Ideen eben auf Eis gelegt werden. „Wir müssten uns anpassen. Wir sind auf der kommerziellen Seite nicht besorgt. Konsolen sind hier, um zu bleiben“, so der CEO.
Diese Zuversicht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Zukunft physischer Spiele zunehmend infrage gestellt wird. Sony hat angekündigt, die Produktion von physischen Spiel-Discs ab Januar 2028 einzustellen. Viele Fans befürchten, dass Konsolen dadurch langfristig verschwinden könnten, falls andere Hersteller wie Xbox oder Nintendo diesem Beispiel folgen. CD Projekt Red setzt jedoch darauf, dass Konsolen so lange Bestand haben, wie die Spieler sie nutzen wollen – und die Reaktionen auf Sonys Vision einer rein digitalen Zukunft deuten laut Nowakowski darauf hin, dass dies der Fall ist.
CD Projekt Red hat sich zuletzt bei der Community beliebt gemacht. So half das Studio einem Indie-Entwickler, dessen Ausrüstung auf der Gamescom gestohlen worden war, indem es ihm Ersatz anbot. Zudem will das Unternehmen auch für The Witcher 4 physische Extras anbieten, selbst falls das Spiel nach dem Disc-Aus von PlayStation erscheinen sollte.



