US-Präsident Donald Trump hat neue Gespräche mit dem Iran angekündigt, während die Spannungen in der Golfregion und im Gazastreifen unvermindert anhalten. Die Verhandlungen sollen am Montag beginnen, wie Trump am Sonntag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten sagte. «Was wir tun, ist, wir sprechen mit ihnen in Form von Verhandlungen», erklärte er. «Es beginnt morgen Nachmittag.»
Trump verwies darauf, dass der Iran nicht angegriffen werden wolle. «Sie wollen natürlich nicht angegriffen werden», sagte er und fügte hinzu, Teheran habe das Ausmaß des geplanten Angriffs gekannt, weil es gesehen habe, wie er sich zusammenbraute. Bereits am Samstag hatte Trump erklärt, die USA und Israel würden vorläufig auf weitere Angriffe auf den Iran verzichten, weil der Iran und andere Staaten in der Golfregion ihn darum gebeten hätten. Es gebe eine Einigung auf die «Umrisse einer Vereinbarung», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die iranische Regierung wies diese Darstellung umgehend zurück. Die Aussage sei «nichts als eine neue Lüge», hieß es unter Berufung auf iranische Militärvertreter.
Die beiden Länder hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges verständigt. In einer Übergangsfrist von 60 Tagen sollten weitere Details ausgearbeitet werden. In der Zwischenzeit kam es jedoch immer wieder zu gegenseitigen Angriffen. Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte, die USA müssten sich an das halten, was sie unterzeichnet hätten. Die Sicherheit Irans, der Region und der Verbündeten Teherans werde durch die Absichtserklärung gestärkt, schrieb er auf der Plattform X.
Unterdessen hat die britische Seefahrtbehörde UKMTO eine Explosion in der Nähe eines Tankers in der Straße von Hormus gemeldet. Der Kapitän des Schiffes habe eine «Explosion in unmittelbarer Nähe des Schiffes» gehört, teilte die Behörde in der Nacht auf Montag mit. Der Tanker und die Besatzung seien in Sicherheit. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge rund 20 Seemeilen nordöstlich der omanischen Stadt Chasab. UKMTO forderte Schiffe auf, die Meerenge mit Vorsicht zu durchfahren und verdächtige Aktivitäten zu melden.
Die Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman ist eine der wichtigsten Routen für den Transport von Öl, Gas und Düngemitteln. Der Streit über die Durchfahrtsrechte gilt als wesentlicher Auslöser der jüngsten Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Nach iranischen Angaben stehen die Verhandlungen mit dem Oman über eine neue Schifffahrtsroute kurz vor dem Abschluss. Außenminister Abbas Araghtschi habe das Kabinett am Sonntag entsprechend informiert, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei betonte jedoch, eine Einigung mit dem Oman bedeute nicht, dass die Meerenge wiedereröffnet werde. Mehrere saudische Öltanker meiden die umkämpfte Meerenge.
Derweil geht die Gewalt im Gazastreifen weiter. Bei israelischen Luftangriffen am Sonntag wurden palästinensischen Angaben zufolge mindestens 15 Menschen getötet, darunter zwei Ehepaare und zwei Kinder. Betroffen waren nach Angaben von Medizinern Gaza-Stadt im Norden, Deir al-Balah im Zentrum sowie die Region um Chan Junis im Süden. Es war die höchste Zahl von Toten binnen eines Tages seit Wochen.
Das israelische Militär erklärte, der Angriff auf eine Wohnung in Deir al-Balah habe zwei Kommandeuren der Hamas-Elitetruppe Nuchba gegolten. Auch in Gaza-Stadt und Dschabalia seien militärische Ziele attackiert worden. Trump hatte am Donnerstag erklärt, die Hamas und andere bewaffnete Gruppen hätten einer Entwaffnung zugestimmt. Israels Energieminister Eli Cohen, Mitglied des Sicherheitskabinetts von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, äußerte sich am Sonntag jedoch skeptisch. Israel werde der Hamas die Möglichkeit zur Entwaffnung geben, sagte Cohen dem israelischen Armeesender, er bezweifle aber stark, dass dies geschehen werde.
Die angekündigten Gespräche zwischen Washington und Teheran sowie die laufenden Angriffe im Gazastreifen zeigen, wie fragil die Lage im Nahen Osten bleibt. Ob die neue Gesprächsrunde zu einer dauerhaften Beruhigung beitragen kann, war zunächst offen.



