Junkr

Donnerstag, 17. September 2026 · Berlin

Suche

Kultur 4 Min. Lesezeit Von

«Slow Horses» startet in die sechste Staffel — ohne Serienschöpfer Will Smith

Die sechste Staffel von «Slow Horses» ist bei Apple TV gestartet. Die erste Folge «Circle of Life» führt ein, wie die Slough-House-Agenten ins Visier geraten, während Jackson Lamb in den Streik tritt und River Cartwright den Tod seines Großvaters verarbeitet. Erstmals verantwortet Gaby Chiappe die Serie, die zwei Romane von Mick Herron in sechs Folgen verarbeitet.

«Slow Horses» startet in die sechste Staffel — ohne Serienschöpfer Will Smith
Slow Horses Season 6, Episode 1 Review — 'Circle of Life'

Die sechste Staffel der Spionageserie «Slow Horses» ist bei Apple TV gestartet. Die Auftaktfolge «Circle of Life» etabliert das zentrale Rätsel der neuen Staffel: Jemand nimmt gezielt ehemalige und aktive MI5-Agenten aus dem Slough House ins Visier. Zwei frühere Mitarbeiter, die nach ihrem Ausscheiden ein unscheinbares Leben führten, wurden von einem bislang unbekannten Duo getötet. Die aktuellen Slough-House-Agenten wurden zudem vollständig aus den Systemen des MI5-Hauptquartiers gelöscht, und ihre Gehaltszahlungen sind ausgeblieben.

Jackson Lamb, gespielt von Gary Oldman, reagiert auf die Streichung mit einem «Streik». Konkret bedeutet das, dass er sich in das italienische Restaurant im Erdgeschoss des Slough House zurückzieht und dort noch vor Mittag eine Flasche Rotwein entkorkt. Diana Taverner, dargestellt von Kristin Scott Thomas, sitzt nach der Ablösung des tollpatschigen Claude Whelan am Ende der fünften Staffel nun fest im ersten Stuhl und scheint an der Löschung des Slough House beteiligt gewesen zu sein, ohne dies offen zuzugeben.

River Cartwright, verkörpert von Jack Lowden, kämpft parallel mit dem Tod seines Großvaters David, der in der Serie von Jonathan Pryce gespielt wurde. David ist zwischen den Staffeln verstorben, und River plant die Beerdigung, während er versucht, seine Trauer zu verdrängen. Die Eröffnungsszene der sechsten Staffel setzt ein deutliches Zeichen für die Geringschätzung bestimmter Leben und fungiert zugleich als Metapher.

Erstmals liegt die Verantwortung für die Serie nicht mehr bei Will Smith, der «Slow Horses» als Schöpfer und Head Writer prägte und zuvor an Formaten wie «The Thick of It» und «Veep» mitwirkte. Seine Nachfolge übernimmt Gaby Chiappe, die zuvor als langjährige Co-Executive Producerin an der Serie beteiligt war. Ihr fehlt der komödiantische Hintergrund von Smith, doch der Ton der Serie bleibt bestehen: Lamb trinkt weiterhin tagsüber, rülpst laut und lacht auf Beerdigungen, während die sentimentale Rückblende auf Davids letzte Momente mit River einen Kontrast setzt.

Die sechste Staffel umfasst sechs Folgen und verarbeitet zwei Romane von Mick Herron. Bereits jetzt deutet die Handlung mehrere lose Fäden an, die miteinander verwoben werden könnten: eine Razzia gegen eine russische Finanz-Botfarm, die unbekannten Spionagemörder, Rivers Vater Frank Harkness, gespielt von Hugo Weaving, sowie geheime Gelder, die der zwielichtige Politiker Peter Judd, dargestellt von Samuel West, an Diana Taverner weitergeleitet hat. Die Serie ist bekannt dafür, komplexe Handlungsstränge mit unerwarteten Wendungen zu verbinden, und die Auftaktfolge legt nahe, dass nahezu jedes Detail ein Hinweis sein könnte.

Neben der sechsten Staffel wurde bereits eine achte Staffel bestätigt. «Slow Horses» gilt derzeit als eine der beständigsten Spionageserien im Fernsehen und liefert neue Staffeln in kurzen Abständen. Die Besetzung umfasst weiterhin das bekannte Ensemble, darunter Christopher Chung als Roddy Ho, dessen Auftritte für komische Momente sorgen. Mit nur fünf verbleibenden Folgen und dem Material aus zwei Büchern bleibt der Serie wenig Raum, um alle angedeuteten Handlungsstränge aufzulösen.

Leonie Vogt

Autor

Gesellschaftsreporterin

Leonie Vogt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.