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Mittwoch, 16. September 2026 · Berlin

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Nintendo entschuldigt sich mit Rabattaktion – doch die Preise enttäuschen

Nintendo nennt seine neue Customer Appreciation Sale eine Geste des Dankes, finanziert auch durch Tarif-Rückerstattungen. Doch die Rabatte gelten fast nur für alte Spiele und fallen so mager aus, dass viele Fans verärgert reagieren.

Nintendo entschuldigt sich mit Rabattaktion – doch die Preise enttäuschen
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Nintendo hat mit seiner neuen Customer Appreciation Sale für Unmut gesorgt. Der japanische Spielehersteller bewirbt die Aktion als größeren Rabattzeitraum denn je und verknüpft sie ausdrücklich mit Rückerstattungen aus US-Importzöllen. Doch die tatsächlichen Preisnachlässe enttäuschen: Sie betreffen fast ausschließlich ältere Titel, und selbst die reduzierten Preise liegen oft nur knapp unter dem üblichen Niveau.

Im Zentrum der Kritik steht die Auswahl der rabattierten Spiele. Viele Angebote gelten für Titel, die bereits vor Jahren erschienen sind, etwa «Donkey Kong Country: Tropical Freeze» oder «Mario Tennis Aces» aus dem Jahr 2018. Beide kosten in der Aktion rund 42 US-Dollar. Zwar sind 30 Prozent Rabatt für Nintendo-Verhältnisse ungewöhnlich hoch, doch da die Preise der Spiele über Jahre hinweg kaum sinken, fällt die Ersparnis im Verhältnis zum ursprünglichen Listenpreis gering aus. Neuere Veröffentlichungen sind nur vereinzelt dabei, darunter «Metroid Prime 4», ein «Mario Galaxy»-Doppelpack, «Xenoblade Chronicles: Definitive Edition» und «Donkey Kong Country Returns HD». Bei vielen dieser Titel handelt es sich zudem um Portierungen älterer Spiele, teils in der Switch-1-Version. Wer die optionale Switch-2-Aufwertung nutzen möchte, muss zweimal kaufen und erhält dadurch effektiv weniger als 30 Prozent Nachlass.

Besonders problematisch ist die Begründung der Aktion. Nintendo erklärte, die Sale sei «unter anderem durch tarifbezogene Rückerstattungen ermöglicht» worden. Das Unternehmen habe die meisten Zollkosten selbst getragen, die Rückzahlungen hätten nun Aktionen wie diese möglich gemacht. Dieser Verweis auf die US-Zollpolitik unter Präsident Trump verärgert viele Beobachter. Denn Nintendo hatte die US-Vorbestellungen für die Switch 2 verschoben, um die Auswirkungen der Zölle zu prüfen. Später stiegen die Preise für Controller, Zubehör und physische Spiele. Nachdem der Oberste Gerichtshof viele der Zölle gekippt hatte, erhielten Unternehmen Rückerstattungen – einige, wie der Playdate-Hersteller, gaben sie an Kundinnen und Kunden weiter. Nintendo hingegen machte starke Gewinne und kündigte nun eine Aktion an, die wie ein Dank wirken soll, aber vor allem eines zeigt: Die Firma verdient doppelt, einmal an den erhöhten Verkaufspreisen und ein weiteres Mal an den staatlichen Rückzahlungen.

Die Rabattschlacht wirkt daher wie ein Eigentor. Statt die Verärgerung über die teils zollbedingt gestiegenen Preise zu besänftigen, verstärkt sie das Gefühl, als Kundschaft nicht ernst genommen zu werden. Eine großzügigere Aktion mit tieferen Rabatten auf ältere Spiele und mehr aktuellen Titeln hätte zumindest den Eindruck erweckt, dass Nintendo etwas zurückgibt. So aber bleibt der Beigeschmack, dass man für ein Dankeschön selbst noch einmal zur Kasse gebeten wird – und das zu Preisen, die kaum einen Unterschied machen.

Lukas Seifert

Autor

Sportredakteur

Lukas Seifert berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.