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Xbox-Chefin will Halo wieder populär machen, Co-Erfinder zweifelt

Xbox-Chefin Asha Sharma kündigt an, Halo langfristig wiederzubeleben. Co-Erfinder Marcus Lehto hält das mit Blick auf hohe Kosten und Microsofts Strukturen für schwierig.

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Die Halo-Reihe gilt seit jeher als Aushängeschild der Xbox, doch die glorreichen Zeiten des Shooters liegen Jahre zurück. Xbox-Chefin Asha Sharma hat sich nun erstmals ausführlich zur Zukunft der Marke geäußert und betont, dass Halo ein zentraler Bestandteil des Portfolios bleibe. Gegenüber der BBC erklärte sie, Microsoft verfolge einen langfristigen Ansatz, um die Serie wiederzubeleben. „Ich bin zuversichtlich, dass Halo ein sehr wichtiger Teil unseres Portfolios ist. Es ist eine sehr zentrale Marke“, sagte Sharma. Sie kündigte an, dass es in Zukunft weitere Neuigkeiten zu Halo geben werde.

Der letzte große Release der Reihe war im Juli dieses Jahres „Halo: Campaign Evolved“, ein Remaster des Originals von 2001, das zum 25-jährigen Jubiläum erschien. Das Spiel markierte zugleich das Debüt von Halo auf der PlayStation und wurde von der Kritik überwiegend positiv aufgenommen. Dennoch ließen die Verkaufszahlen offenbar zu wünschen übrig. Branchenanalyst Rhys Elliott zeigte sich enttäuscht über den schleppenden Start und den insgesamt schwindenden Stellenwert der Marke. „Ein Remake des Spiels, mit dem alles begann, das auf einer neuen Plattform so sanft landet, macht mich als Halo-Fan ziemlich traurig“, schrieb er mit Blick auf die einstigen Glanzzeiten mit „Halo 3“ und „Halo: Reach“.

Weitere Halo-Spiele sind bereits in Entwicklung, darunter ein Titel, der im Stil eines Live-Service-Spiels wie „Fortnite“ konzipiert sein soll. Auch Remakes von „Halo 2“ und „Halo 3“ sollen in Arbeit sein. Das zuständige Studio Halo Studios hatte zuvor angekündigt, künftige Halo-Ableger auch für PlayStation zu veröffentlichen. Diese Aussagen stammen jedoch aus der Zeit vor Sharmas Amtsantritt, die sich inzwischen wieder stärker auf Exklusivtitel für die eigene Konsole konzentrieren will.

Marcus Lehto, Mitschöpfer von Halo und Designer der Kultfigur Master Chief, sieht der Wiederbelebung der Serie skeptisch entgegen. In Online-Beiträgen äußerte er seine Sorge, dass ein neues, vollwertiges Halo-Spiel zwischen 600 und 800 Millionen US-Dollar kosten und mindestens vier Jahre Entwicklungszeit benötigen würde. Er glaube nicht, dass Microsoft bereit sei, diese Summe und diesen Zeitaufwand zu investieren. Lehto, der seit Langem nicht mehr an Halo arbeitet, kritisierte zudem die Strukturen des Konzerns: Ein großes Unternehmen wie Microsoft sei eine „furchtbar ineffiziente Maschine“. Seiner Ansicht nach sei ein kleines Indie-Team mit erfahrenen Entwicklern und wenigen Management-Ebenen „wahrscheinlich der einzige gangbare Weg, um wieder ein großartiges Halo zu machen“.

Zum Vergleich nannte Lehto die Budgets früherer Teile: Die Entwicklung von „Halo 3“ habe rund 40 Millionen US-Dollar gekostet, weitere 30 Millionen seien ins Marketing geflossen. „Halo: Reach“ habe insgesamt etwa 120 Millionen US-Dollar verschlungen, wobei Lehto offenließ, ob darin auch die Werbekosten enthalten sind. Die Zukunft der Serie bleibt damit offen – während Microsoft auf langfristige Planung setzt, zweifeln Fans und Macher gleichermaßen daran, ob Halo an alte Erfolge anknüpfen kann.

Leonie Vogt

Autor

Gesellschaftsreporterin

Leonie Vogt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.