Kultur 3 Min. Lesezeit Von Lukas Seifert
«Onimusha: Way of the Sword» begeistert mit Charaktertiefe und spektakulären Kämpfen
Capcoms neues Actionspiel «Onimusha: Way of the Sword» überzeugt Kritiker mit einer fesselnden Geschichte um den legendären Schwertkämpfer Miyamoto Musashi, herausragender Mimik und einem Kampfsystem, das Spieler an ihre Grenzen bringt.
Mit «Onimusha: Way of the Sword» ist Capcom ein bemerkenswerter Neustart der legendären Spielreihe gelungen. Das Actionspiel entführt Spieler ins feudale Japan und erzählt eine Geschichte um den berühmten Schwertkämpfer Miyamoto Musashi, der von Dämonen getötet und von einem geheimnisvollen Mann aus der Hölle zurückgeholt wird. Ausgestattet mit einem Oni-Handschuh, der die Seelen gefallener Feinde absorbiert, stellt sich Musashi den Kreaturen namens Genma, die die Stadt bedrohen.
Im Zentrum des Spiels steht das präzise Kampfsystem, das laut ersten Kritiken für Momente sorgt, in denen alles andere verblasst. Der Abstand zwischen Spieler und Spielfigur scheint zu verschwinden, wenn Schwert auf Schwert trifft und jeder Schlag eine Antwort fordert. Die Herausforderung ist hoch, doch solange Musashi steht, bleibt eine Chance auf Sieg. Genau diese Mischung aus Anspruch und Belohnung macht die Faszination des Spiels aus.
Besonders gelungen ist die Charakterdarstellung. Musashi basiert auf dem Abbild des legendären japanischen Schauspielers Toshiro Mifune, der die Figur in Filmen von Akira Kurosawa verkörperte. Capcom hat es geschafft, typische Gesten Mifunes wie das Kratzen am Hinterkopf oder seinen Gang in die Animation zu übertragen. Die Gesichtsanimationen gehören zu den besten, die je in einem Videospiel zu sehen waren, und verleihen jeder Szene eine bemerkenswerte emotionale Tiefe.
Die Geschichte ist weniger handlungsgetrieben als vielmehr von ihren Figuren geprägt. Musashi ist kein Held aus Überzeugung, sondern ein Schwertkämpfer, der seine Fähigkeiten verfeinern und sich gegen die Besten beweisen will. Er verachtet den Handschuh und die Stärke, die er ihm verleiht, weil er sie sich nicht selbst verdient hat. Diese innere Zerrissenheit macht ihn zu einer faszinierenden Figur, die ebenso schlagfertig mit Worten wie mit dem Schwert ist.
An seiner Seite steht die Geisterfrau Shizuka, deren Seele im Handschuh gefangen ist. Sie ist weit mehr als eine bloße Unterstützerin: Sie wird als gleichwertige Partnerin präsentiert, ohne deren Stärke Musashi nicht kämpfen könnte. Die Entwicklung ihrer Beziehung vom anfänglichen Misstrauen bis zur tiefen Verbundenheit gehört zu den emotionalen Höhepunkten des Spiels. Auch die Beziehung zu den Mitstreitern Takamura und Okuni trägt zur Tiefe der Erzählung bei.
Die deutsche Presse lobt zudem die japanische Sprachausgabe, die dem Setting gerecht wird. Die englische Synchronisation wirke dagegen befremdlich, da alle Figuren mit britischem Akzent sprechen. Wer das Spiel in der Originalfassung erlebt, bekommt laut Kritiken die intensivste Erfahrung. «Onimusha: Way of the Sword» ist damit nicht nur ein gelungenes Actionspiel, sondern auch ein Beispiel dafür, wie Videospiele Geschichte und Popkultur auf einzigartige Weise verbinden können.



