Technologie 4 Min. Lesezeit Von Marlene Brandt
The Witcher 4 läuft bereits auf allen Zielplattformen: CD Projekt Red zieht Lehren aus Cyberpunk 2077
CD Projekt Red bestätigt, dass The Witcher 4 bereits auf PC, PS5 und Xbox Series X/S läuft. Nach dem desaströsen Launch von Cyberpunk 2077 setzt das Studio auf eine neue Optimierungsstrategie, um technische Pannen zu vermeiden.
CD Projekt Red will mit dem kommenden Rollenspiel The Witcher 4 offenbar nicht die Fehler wiederholen, die den Launch von Cyberpunk 2077 überschatteten. Wie das Studio mitteilt, läuft das Spiel bereits jetzt auf allen Zielplattformen – also auf dem PC sowie auf PlayStation 5 und Xbox Series X/S. Damit reagiert der Entwickler auf die harschen Erfahrungen aus dem Jahr 2020, als Cyberpunk 2077 vor allem auf den damaligen Konsolen mit massiven Performance-Problemen, Abstürzen und Grafikfehlern zu kämpfen hatte.
Die neue Herangehensweise an die Optimierung unterscheidet sich grundlegend von der früheren Praxis. Statt die Konsolenversionen erst kurz vor dem Release fertigzustellen, arbeitet das Team nun von Beginn an mit allen Plattformen parallel. Das Ziel ist es, technische Schwächen frühzeitig zu erkennen und zu beheben, bevor das Spiel in den Handel kommt. Der Launch von Cyberpunk 2077 gilt bis heute als warnendes Beispiel: Die Versionen für PlayStation 4 und Xbox One waren zum Verkaufsstart kaum spielbar, was zu einem beispiellosen Rückruf aus dem PlayStation Store und zahlreichen Entschuldigungen des Studios führte.
Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Erwartungen an The Witcher 4 extrem hoch sind. Die Witcher-Reihe gilt als eines der erfolgreichsten Rollenspielfranchises der Branche, und der dritte Teil wurde von Kritikern und Spielern gleichermaßen gefeiert. Mit dem vierten Teil will CD Projekt Red an diesen Erfolg anknüpfen, ohne die technischen Fehltritte des letzten großen Releases zu wiederholen. Dass das Spiel bereits jetzt auf allen Plattformen läuft, deutet darauf hin, dass das Studio die Entwicklung anders strukturiert hat als noch bei Cyberpunk 2077.
Details zur Handlung, zum Protagonisten oder zu einem konkreten Releasedatum wurden bislang nicht genannt. Bekannt ist lediglich, dass The Witcher 4 als neuer Teil der Saga konzipiert ist und nicht als direkte Fortsetzung der Geschichte um Hexer Geralt von Riva. Stattdessen soll die Welt des Kontinents weiter ausgebaut werden, wobei offen bleibt, welche Figur die Spielerinnen und Spieler steuern werden. Gerüchte über eine weibliche Hauptfigur oder einen neuen Hexer kursieren seit Jahren, wurden aber offiziell nie bestätigt.
Für CD Projekt Red ist der technische Zustand des Spiels auch eine Frage der Glaubwürdigkeit. Nach dem Cyberpunk-Desaster hatte das Studio umfangreiche Nachbesserungen versprochen und in den folgenden Jahren mehrere große Updates veröffentlicht, die das Spiel deutlich verbesserten. Auch die Erweiterung Phantom Liberty wurde von der Kritik positiv aufgenommen. Dennoch blieb der Schaden am Ruf des Unternehmens spürbar. Mit The Witcher 4 will das Studio nun beweisen, dass es aus den Fehlern gelernt hat – und dass ein großer Rollenspiel-Launch auch ohne technische Pannen über die Bühne gehen kann.
Wann genau mit dem Release zu rechnen ist, bleibt offen. Branchenbeobachter rechnen jedoch damit, dass CD Projekt Red in den kommenden Monaten weitere Details bekannt geben wird. Die Tatsache, dass das Spiel bereits auf allen Zielplattformen läuft, könnte darauf hindeuten, dass sich das Projekt in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befindet. Ein konkreter Termin wurde allerdings nicht genannt.



