Technologie 3 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Sony will PS5 nicht mehr aggressiv verkaufen und setzt auf bestehende Nutzer
Sony-Chef Hiroki Totoki sieht keine Notwendigkeit, die PS5 aggressiv zu vermarkten. Stattdessen will das Unternehmen die Einnahmen aus der bestehenden Nutzerbasis steigern – etwa über PlayStation Plus und den wachsenden digitalen Spieleverkauf.
Sechs Jahre nach dem Start der PlayStation 5 will Sony die Konsole nicht länger mit Nachdruck bewerben. Unternehmenspräsident und CEO Hiroki Totoki sagte dem Wall Street Journal, man befinde sich in der zweiten Hälfte des Lebenszyklus einer PS-Konsole. „Das bedeutet, dass wir die Konsole heute nicht aggressiv verkaufen müssen“, so Totoki. Stattdessen konzentriere man sich auf wiederkehrende Einnahmen aus der bestehenden Nutzerbasis.
Im Mittelpunkt dieser Strategie steht der Online-Dienst PlayStation Plus. Laut Totoki verzeichnet der Dienst bereits mehr als 125 Millionen monatlich aktive Nutzer. „Wie wir aus den Nutzern Einnahmen generieren, ist für uns ziemlich wichtig“, erklärte er. PlayStation Plus ist für den Online-Multiplayer der meisten Spiele auf der Konsole erforderlich, während höhere Abo-Stufen Zugang zu einer erweiterten Spielebibliothek über den PS Plus Game Catalog bieten.
Die Aussage von Totoki dürfte bedeuten, dass Sony nicht plant, die PS5 stärker zu rabattieren oder gar mit Verlust zu verkaufen, um neue Kunden anzulocken. In dieser Konsolengeneration ist der übliche Trend sinkender Preise ausgeblieben: Die PS5 kostet heute mehr als bei ihrem Start im November 2020. Die Verkaufszahlen zeigen bereits eine Abkühlung: Bis zum 31. Juli 2026 wurden weltweit 95,3 Millionen PS5-Einheiten verkauft, doch im letzten Quartal sanken die Konsolenverkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 36 Prozent.
Parallel treibt Sony die Abkehr von physischen Datenträgern voran. Mehr als 80 Prozent der für die Konsole gekauften Spiele werden inzwischen über den digitalen Store erworben. Im jüngsten Geschäftsquartal stieg der Anteil digitaler Verkäufe von 78 auf 82 Prozent. Ab Januar 2028 will Sony die Produktion von Spiel-Discs einstellen. Dieser Schritt war zuvor auf deutliche Kritik gestoßen, dürfte aber die Gewinnmargen spürbar erhöhen, wenn die verbleibenden Disc-Käufer auf digitale Downloads umsteigen.
Die Gewinne des Unternehmens stiegen im selben Zeitraum um 37 Prozent – allerdings vor allem dank US-Zollrückerstattungen und günstiger Wechselkurse. Diese Erstattungen werden laut Sony nicht an die Verbraucher weitergegeben. Zudem verfügt das Unternehmen weiterhin über eine aktive PS4-Nutzerbasis, die sich ebenfalls monetarisieren lässt. Sony setzt also künftig weniger auf neue Konsolenkäufer, sondern darauf, aus den bereits vorhandenen Spielern mehr Erlös herauszuholen.



