Kultur 4 Min. Lesezeit Von Lukas Seifert
Tim Curry, Star aus «The Rocky Horror Picture Show», stirbt mit 80 Jahren
Der britische Schauspieler Tim Curry ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Bekannt wurde er durch «The Rocky Horror Picture Show», «Es» und «Muppet Treasure Island». Sein Manager bestätigte den Tod am 26. August.
Der britische Schauspieler Tim Curry ist tot. Er starb im Alter von 80 Jahren in seinem Zuhause in Toluca Lake, Los Angeles. Das bestätigte sein langjähriger Manager und Freund Marcia Hurwitz am 26. August. Curry hinterlässt ein Werk, das von Kultfilmen über Fernsehserien bis hin zu zahlreichen Synchronrollen reicht.
Seine bekannteste Rolle war die des Dr. Frank-N-Furter in «The Rocky Horror Picture Show» aus dem Jahr 1975. Der Film machte ihn schlagartig berühmt und prägte seine Karriere. Jüngere Generationen kennen ihn außerdem als Hausdetektiv in «Kevin – Allein in New York», als Long John Silver in «Muppet Treasure Island» und als Pennywise in der Verfilmung von Stephen Kings «Es» aus dem Jahr 1990. Auch als Synchronsprecher war Curry aktiv, etwa in «FernGully – Die Dschungelwelt», «Die Wilden Thornberrys» und der englischen Fassung von «Das Königreich der Katzen».
Curry wurde am 19. April 1946 in Grappenhall, Cheshire, geboren. Er studierte Englisch und Theater an der University of Birmingham und schloss 1968 ab. Im selben Jahr trat er der Londoner Besetzung des Musicals «Hair» bei. Dort lernte er Richard O’Brien kennen, der später die Rolle des Dr. Frank-N-Furter für ihn schrieb. Curry spielte die Figur zunächst auf der Bühne und dann im Film. Für seine Bühnenarbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit drei Tony-Award-Nominierungen und zwei Nominierungen für den Laurence Olivier Award. 1991 gewann er einen Daytime Emmy für seine Arbeit an «Peter Pan and the Pirates».
2012 erlitt Curry einen schweren Schlaganfall, der ihn an den Rollstuhl fesselte und sein linkes Bein dauerhaft beeinträchtigte. In einem Interview mit CBS im Oktober 2025 sprach er offen über die Folgen. „Ich musste wieder sprechen lernen“, sagte er damals. „Das war sehr seltsam. Ich hasste es, nicht sprechen zu können, weil ich viel rede. Ich muss oft ermahnt werden, den Mund zu halten. Ich liebe Worte, ich liebe Kommunikation.“ Bei einer Vorführung von «The Rocky Horror Picture Show» zum 50. Jubiläum im September 2025 erzählte er weitere Details: „Ich hatte gerade eine Massage und habe nichts bemerkt, aber der Masseur sagte: ‚Ich mache mir Sorgen um Sie, ich will einen Krankenwagen rufen.‘ Und er tat es, und ich sagte: ‚Das ist doch albern.‘ Ich kann immer noch nicht laufen, deshalb sitze ich in diesem albernen Stuhl. Das ist sehr einschränkend.“
Trotz seiner gesundheitlichen Probleme arbeitete Curry weiter. 2016 kehrte er für die Fernseh-Neuverfilmung von «Rocky Horror» zurück und übernahm die Rolle des Erzählers, des Kriminologen. Sein letzter großer Auftritt in einem Realfilm war 2010 in der britischen Komödie «Burke & Hare». In einem Interview mit CBS im Oktober 2025 sagte Curry auf die Frage, ob er Angst vor dem Sterben habe: „Nein, habe ich nicht. Ich fürchte den Tod nicht. Ich versuche, ihn zu vermeiden, wie wir das wohl alle tun, aber ich vermute, dass ich ihn am Ende willkommen heißen werde.“
Die Unterhaltungsbranche trauert damit um zwei Legenden innerhalb weniger Tage. Erst am Vortag war die Country-Sängerin Dolly Parton gestorben, wie ihr Neffe bestätigte.



