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Mittwoch, 26. August 2026 · Berlin

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Kultur 4 Min. Lesezeit Von

«Crazy Taxi: World Tour» überzeugt im Gameplay, wirkt optisch aber austauschbar

Sega zeigte auf der Gamescom eine spielbare Version von «Crazy Taxi: World Tour». Das Gameplay trifft den nostalgischen Ton der Dreamcast-Ära, doch Grafik und die versprochene Weltreise bleiben hinter den Erwartungen zurück.

«Crazy Taxi: World Tour» überzeugt im Gameplay, wirkt optisch aber austauschbar
Crazy Taxi: World Tour Has the YA YA YA YA YAs but Stumbles With the “World” Part of World Tour – Gamescom 2026

«Crazy Taxi: World Tour» bringt das legendäre Arcade-Gefühl der Dreamcast-Ära zurück, kämpft aber mit einer blassen Optik und zu wenig internationalem Flair. Das zeigt ein erster Praxistest auf der Gamescom, bei dem Sega Journalisten in eine neue Deutschland-Strecke fahren ließ. Während das Fahrgefühl und der Soundtrack die Fans sofort abholen, wirken Umgebung und Nebenfiguren erstaunlich generisch.

Das neue Level startet auf dem Rollfeld eines großen Flughafens, der als idealer Einstiegspunkt dient, um sich mit Steuerung und Drifts vertraut zu machen. Die Region ist in fünf Bereiche unterteilt: Flughafen, Stadt, ummauerte Altstadt, Berge und die verbindende Autobahn. Während die Stadtgebiete zumindest ansatzweise deutsches Flair vermitteln, bleibt der Flughafen austauschbar. Die Entwickler setzen bei der Präsentation vor allem auf bekannte Crazy-Taxi-Tugenden: schnelle Beschleunigung, enge Kurven, Rampen-Boosts und das Ausweichen im dichten Verkehr.

Eine willkommene Neuerung ist die Möglichkeit, die Tageszeit jederzeit über ein Menü zu wechseln. Zur Auswahl stehen Morgen, Nachmittag, Abend und Nacht. Die unterschiedlichen Lichtstimmungen, besonders die goldene Abendsonne und die beleuchtete Skyline bei Nacht, sorgen für hübsche Momente. Allerdings blieb unklar, ob die Tageszeit auch das Spielgeschehen beeinflusst. Weder die Anzahl der Passagiere noch die Verkehrsdichte oder die verfügbaren Nebenjobs änderten sich im Test. Ob die Zeit im fertigen Spiel natürlich vergeht, ließ sich in der kurzen Anspielzeit nicht abschließend beurteilen.

Abseits der klassischen Passagierfahrten warten verschiedene Nebenaktivitäten und Geschicklichkeitstests. Bei einem Job saugt ein Beifahrer mit einem Vakuumgerät Papierstapel auf, während man gezielt durch diese hindurchfährt. Ein anderer Test verlangt, scharf zu bremsen, damit ein Passagier im Wingsuit möglichst weit fliegt. Diese Abwechslung lockert das reine Punkt-zu-Punkt-Prinzip auf, bleibt aber dem hohen Tempo treu. Der Praxistest endete allerdings vorzeitig, weil die Vorabversion des Spiels abstürzte.

Der größte Kritikpunkt ist die Optik. Während das Taxi selbst gut aussieht, wirken die übrigen Fahrzeuge und vor allem die Passagiere detailarm und ohne Persönlichkeit. Sie erinnern an austauschbare Standard-Assets. Auch die versprochene Weltreise kommt bislang zu kurz: Abgesehen von einigen bunten Bogenbauten hätte die Umgebung fast überall liegen können. Der Deutschland-Level trägt seinen Namen eher auf dem Papier als im Design.

Musikalisch trifft der Titel dagegen genau den richtigen Ton. Sobald die ersten Akkorde von The Offspring erklingen, ist das Gefühl der frühen 2000er sofort zurück. Die enge Verbindung zwischen Crazy Taxi und seiner Musik scheint das Team verstanden zu haben. Für Fans, die damals mit Axel und Co. durch die Straßen rasten, dürfte dieser Wiedererkennungseffekt das Herz höherschlagen lassen. Ob das für einen langfristigen Spielspaß reicht, hängt davon ab, wie viel Abwechslung die finale Version bietet.

Lukas Seifert

Autor

Sportredakteur

Lukas Seifert berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.