Kultur 4 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
«Star Wars: Zero Company»: Taktikspiel mit starker Story begeistert Kritiker
Das neue Strategiespiel «Star Wars: Zero Company» aus der Zusammenarbeit von XCOM-2- und Jedi-Survivor-Entwicklern überzeugt mit cleverer Taktik, starken Charakteren und einer der besten Star-Wars-Geschichten seit «Rogue One». Blaster statt Lichtschwerter stehen im Mittelpunkt.
«Star Wars: Zero Company» verbindet die Stärken zweier bekannter Spieleschmieden zu einem taktischen Highlight: Entwickler von XCOM 2 und Star Wars Jedi: Survivor haben gemeinsam ein Strategiespiel geschaffen, das laut ersten Kritiken nicht nur optisch und spielerisch überzeugt, sondern auch erzählerisch Maßstäbe setzt. Die Geschichte rund um eine Gruppe von Söldnern wird als eine der besten Star-Wars-Erzählungen seit «Rogue One» gefeiert.
Im Mittelpunkt steht der frei gestaltbare Protagonist Hawks, ein ehemaliger Militärkommandeur, der nach einer Niederlage mit einer bunt zusammengewürfelten Crew eigene Wege geht. Die Handlung spielt am Rande der Klonkriege und entfernt sich bewusst von den großen Schlachten der Frontlinien. Stattdessen geraten Hawks und sein Team in Konflikt mit dem separtistischen Kult «Infinite Coil», angeführt von der geheimnisvollen Fathom. Diese verbreitet eine gedankenverändernde Seuche über die Galaxis – ein erfrischender Kontrast zu den üblichen Sith-Schurken, wie Kritiker anmerken.
Besonders gelobt wird die Figurenzeichnung: Jedes Crewmitglied hat eine eigene Geschichte und eigene Missionsstränge. Dazu gehören der große Kämpfer Kabb, die aus ihrer Heimat vertriebene Jae, der medizinisch entlassene Klonkrieger Trick, die rachsüchtige Mandalorianerin Cly, die abtrünnige Padawan Tel-Rea und der Scharfschütze Luco. Auch die Nicht-Kombattanten an Bord des Frachters «The Den» tragen zum Charme bei, etwa die sarkastische Buchhalterin Runa oder der junge Geheimdienstoffizier Bennic, deren Dialoge für Unterhaltung sorgen.
Spielerisch erinnert «Zero Company» an XCOM, setzt aber auf einen aggressiveren Stil. Statt defensiv in Deckung zu verharren, werden Gegner herumgestoßen, von Klippen gestoßen oder in Hinterhalte manövriert. Die Truppe ist schwer zu töten, selbst wenn der optionale Permadeath aktiviert ist – ein Charakter muss dreimal niedergestreckt werden, bevor er endgültig verloren ist. Das ermutigt zu waghalsigen Manövern, auch wenn die berüchtigten 90-Prozent-Trefferchancen weiterhin für Überraschungen sorgen können.
Vor den Missionen müssen Spielerinnen und Spieler sogenannte Operationen planen, bei denen sie begrenzte Intel-Punkte einsetzen, um Teammitglieder auf Off-Screen-Abenteuer zu schicken. Diese Entscheidungen fühlen sich laut Kritik manchmal wie ein Blindflug an, da nicht klar ist, wer für welche Aufgabe geeignet ist. Dennoch bieten sie interessante Dilemmata, etwa wenn man ein Crewmitglied für ein paar Credits an einen Hutten verkaufen kann – mit spürbaren Konsequenzen für die Stimmung im Team.
Einziger Wermutstropfen sind die repetitiven und nicht überspringbaren Transit-Zwischensequenzen, die auf PC und PS5 Pro gelegentlich ruckeln. Das trübt den Gesamteindruck aber nur wenig: «Zero Company» wird als cleveres, gut geschriebenes Taktikspiel beschrieben, das mit Lichtschwertern und Machtkräften sparsam umgeht und stattdessen auf Blaster und thermische Detonatoren setzt. Für Fans des Genres und der Star-Wars-Saga dürfte es damit eine der interessantesten Veröffentlichungen des Jahres sein.



