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Mittwoch, 26. August 2026 · Berlin

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Kultur 4 Min. Lesezeit Von

«Metro 2039»: Erster Hands-on-Test zeigt gnadenloses Überleben in der Hölle

Der erste Hands-on-Test zu «Metro 2039» zeigt ein Einzelspieler-Erlebnis, das keine Kompromisse macht: Handgefertigte Höllenlandschaften, intensive Kämpfe und ein Überlebenskampf gegen die Zeit. Die Vorschau verspricht den besten Singleplayer-Shooter seit Langem.

«Metro 2039»: Erster Hands-on-Test zeigt gnadenloses Überleben in der Hölle
Metro 2039: The First Hands-On Preview

«Metro 2039» wirft Spielerinnen und Spieler direkt ins kalte Wasser – und lässt sie dort erbarmungslos ums Überleben kämpfen. Nach drei bis vier Stunden mit dem neuen Einzelspieler-Shooter zeigt sich: Das Spiel nimmt keine Gefangenen. Die Spielfigur, genannt «The Stranger», kämpft in der postapokalyptischen Welt nicht nur gegen mutierte Kreaturen und feindliche Überlebende, sondern auch gegen die tickende Uhr der eigenen Gasmaske, deren Filter ständig ersetzt werden müssen.

Der erste Hands-on-Eindruck macht deutlich, dass «Metro 2039» auf Handwerkskunst statt auf künstliche Intelligenz setzt. In einer Zeit, in der KI in E-Mails und Kundenservice eindringt, besticht das Spiel durch seine akribisch handgefertigten Umgebungen. Jeder Zentimeter der verseuchten Welt wirkt bewusst gestaltet – von den zerstörten Überresten einer Drogerie bis zu den verwinkelten Abwasserkanälen. Die Franchise war schon immer für ihre Detailverliebtheit bekannt, doch im aktuellen Kontext trifft dieser Ansatz einen besonderen Nerv.

Der Einstieg beginnt in der Sewastopolskaja-Metrostation, einem der wenigen sicheren Orte. Dort wimmelt es von NPCs und Händlern, die die Station lebendig wirken lassen. Doch sobald man die Station verlässt und die Oberfläche betritt, schlägt die Stimmung komplett um: absolute Einsamkeit. Nicht im wörtlichen Sinne, denn überall lauern Gefahren – von riesigen menschenfressenden Ratten über springende Bestien, die mit Stacheln aus ihren Schwänzen werfen, bis zu überdimensionalen Moskitos und prähistorisch anmutenden Krebstieren, die aus dem Wasser der Kanalisation auftauchen. Alle anderen Überlebenden, denen man begegnet, sind feindlich gesinnt.

Das Spiel verzichtet bewusst auf Handhalten. Eine Karte auf einem primitiven Tablet gibt eine grobe Richtung vor, doch den besten Weg muss man selbst finden. Wer überleben will, durchsucht jeden Winkel nach Bastelmaterialien, um Medkits, Munition und vor allem neue Gasmaskenfilter herzustellen. Ein Druck auf die Y-Taste hebt das Gewehr leicht an, sodass man die digitale Armbanduhr sehen kann, die unaufhörlich die verbleibenden Sekunden bis zum Ablauf des Filters herunterzählt. Diese ständige Bedrohung hält den Blutdruck konstant auf einem erhöhten Niveau.

Neben dem puren Überlebenskampf bietet «Metro 2039» auch Umwelträtsel. Diese sind oft optional, aber ihre Lösung lohnt sich, denn sie belohnen mit wertvollen Ressourcen. Einige Rätsel nutzen das UV-Licht des Fremden, um Hinweise auf Wänden und Böden sichtbar zu machen, die nur unter violettem Schein erscheinen. Die Vorschau zeigt: Es gibt offenbar keinen Füllinhalt, alles wirkt sorgfältig durchdacht und implementiert.

Die Waffen sind ebenfalls eine Art Rätsel für sich. Sie lassen sich umfassend modifizieren – von Zielfernrohren über Griffe bis zu Mündungsfeuerbremsen. Früher im Test fand der Autor eine doppelläufige Schrotflinte, die er gegen sein Einzellauf-Modell eintauschte und die sich als ideale Waffe für die engen «Dungeons» der zweiten Demo-Hälfte erwies. Ein Laser-Visier darauf war zwar fast komisch nutzlos, aber besser als nichts. Munition ist rar und muss aus rudimentären Metallkugeln, Brandgeschossen und panzerbrechender Munition hergestellt werden. Ein Miniboss-Kampf gegen einen drei Meter großen Mutanten und seine wilden Begleiter überlebte der Autor nur mit knapper Not.

In einer Ära, in der Einzelspieler-Shooter langsam aussterben, weil sie nur einmal Geld einbringen, während Live-Service-Spiele mit Mikrotransaktionen und langwierigen Spielschleifen um Aufmerksamkeit buhlen, setzt «Metro 2039» auf klassische Handwerkskunst. Der Autor ist nach den ersten Stunden bereits bereit, es seinen Lieblings-Shooter seit Langem zu nennen. «Metro 2039» bietet keine Ausreden und toleriert keine – und genau das macht es so besonders.

Marlene Brandt

Autor

Kulturkorrespondentin

Marlene Brandt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.