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Dan Stevens wird RoboCop in der neuen Prime-Video-Serie

Der Downton-Abbey- und Legion-Star übernimmt Alex Murphy in einer achtteiligen Neuinterpretation des Sci-Fi-Klassikers.

Dan Stevens wird RoboCop in der neuen Prime-Video-Serie
Gage Skidmore

RoboCop bekommt ein neues Gesicht: Dan Stevens wird in der kommenden Prime-Video-Serie Alex Murphy spielen, den gefallenen Polizisten, dessen Bewusstsein in einen mächtigen Polizeiroboter übertragen wird. Damit steht der Hauptdarsteller für Amazons neue Version einer Figur fest, die seit 1987 irgendwo zwischen Actionheld, Technik-Albtraum und Popkultur-Ikone lebt.

Prime Video hat acht Episoden bestellt. Die offizielle Ausgangslage bleibt nah am Kern der alten Geschichte: Ein riesiger Technologiekonzern überzeugt eine Stadt davon, einen leistungsfähigen Roboter in den Polizeidienst aufzunehmen. In der Maschine steckt jedoch nicht einfach nur Software. Sie trägt das Bewusstsein eines beliebten, verstorbenen Beamten — Alex Murphy, gespielt von Stevens.

Für Stevens ist das eine Rolle, die ziemlich gut zu seiner bisherigen Karriere passt. Viele kennen ihn noch als Matthew Crawley aus Downton Abbey. Danach hat er mit Legion gezeigt, dass er auch extrem seltsame, psychologisch aufgeladene Stoffe tragen kann. Dort ging es ständig um Erinnerung, Identität und die Frage, ob der Protagonist seinem eigenen Kopf trauen kann. Im Kino war Stevens unter anderem in Die Schöne und das Biest und Godzilla x Kong: The New Empire zu sehen. Außerdem gehört er zur kommenden zweiten Staffel von Dexter: Resurrection.

Die Serie wird von Peter Ocko geschrieben, der auch als Showrunner und Executive Producer arbeitet. James Wan, Michael Clear und Rob Hackett produzieren über Blumhouse Atomic Monster mit. Ebenfalls als Executive Producer dabei sind Michael Miner und Ed Neumeier, die zu den Schöpfern und Autoren des ursprünglichen RoboCop gehören. Produziert wird die Serie von Amazon MGM Studios. James Wan führt nach den bisher veröffentlichten Angaben also nicht Regie; seine Rolle ist die eines Executive Producers.

Der erste RoboCop von Regisseur Paul Verhoeven kam 1987 ins Kino und hatte Peter Weller in der Hauptrolle. Wer nur den silbernen Cyborg kennt, verpasst allerdings die Hälfte des Witzes. Der Film war zugleich eine ziemlich giftige Satire über Konzerne, Privatisierung, Werbung, Medien und eine Zukunft, in der sogar öffentliche Sicherheit zum Produkt werden kann. Danach folgten zwei Kino-Fortsetzungen, mehrere TV-Versionen, Animationsserien, Games und Comics. 2014 gab es außerdem ein Film-Reboot mit Joel Kinnaman.

Genau deshalb wirkt ein neuer RoboCop im Jahr 2026 weniger wie Retro-Kram, als man zunächst denken könnte. Die Idee, dass ein Tech-Konzern einer Stadt ein automatisiertes Sicherheitssystem verkauft, klingt heute deutlich realistischer als in den Achtzigern. KI, Gesichtserkennung, Überwachung, autonome Maschinen und private Plattformen sind längst Teil echter Debatten. James Wan hat betont, dass die Fragen des Originals nach Technologie, Identität und der Macht von Unternehmen heute noch dringlicher seien.

Das könnte der Serie helfen, mehr zu sein als ein weiterer Versuch, eine alte Marke neu zu lackieren. Acht Episoden geben deutlich mehr Zeit als ein Kinofilm, um zu zeigen, was mit Murphy passiert, wenn sein Körper nicht mehr wirklich ihm gehört. Wie viel Mensch bleibt übrig, wenn eine Maschine Befehle ausführt? Was passiert, wenn Erinnerungen nicht zu den Interessen des Unternehmens passen? Und kann ein Held frei handeln, wenn sein gesamtes System jemand anderem gehört?

Einen Starttermin hat Prime Video noch nicht genannt. Mit Stevens steht aber die wichtigste Figur fest. Jetzt wird sich zeigen, ob die neue Serie nur die berühmte Rüstung zurückholt — oder auch den bösen, unangenehm aktuellen Kern, der RoboCop überhaupt erst zum Klassiker gemacht hat.

Marlene Brandt

Autor

Kulturkorrespondentin

Marlene Brandt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.