Kultur 3 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
Horrorspiele zeigen ihre Heldinnen mit High Heels und Lederstiefeln
Im Horror-Genre tragen weibliche Hauptfiguren oft auffällige Outfits, auch mitten im Kampf gegen Dämonen. Ein Kulturüberblick ordnet acht dieser Looks nach Originalität und Einfluss ein.
Mitten im Kampf gegen Dämonen, Geister und andere Monster sieht die weibliche Hauptfigur in vielen Horrorspielen oft erstaunlich stilvoll aus. Lange Lederstiefel, knappe Röcke und figurbetonte Oberteile gehören zur Bildsprache des Genres. Der Kulturbeitrag fragt, was diese Kleiderwahl bedeutet und welche Figuren besonders hervorstechen.
Der Autor sieht darin eine unfaire Erwartung, die aus dem patriarchalen Umfeld stammt und in Spielen wie Silent Hill 3 oder der Fatal-Frame-Reihe weitergeführt wird. Frauen, die in diesen Szenarien Munition herstellen und ihr Inventar verwalten müssen, sollen zusätzlich auf Details wie herunterrutschende Kniestrümpfe achten. Gleichzeitig beschreibt der Text die Kleidung auch als eine Art gemeinsames Zeichen von Stärke und Widerstandskraft für Spielerinnen, die Horrorspiele lieben.
Als Auswahlkriterium nennt der Beitrag Eigenwilligkeit und Einfluss auf das Genre. Auf Platz acht landet Koudelka Iasant aus dem gleichnamigen Rollenspiel von 2000. Ihr Look aus Jeansrock, durchsichtigem schwarzem Korsett und klimpernden Armreifen wirkt wie ein Stilbruch, weil er in einem Kloster von 1898 getragen wird. Das Spiel selbst fand zum Start wenig Anklang, GameSpot kritisierte damals seine «enttäuschende Spielmechanik».
Jessica Riley aus Until Dawn von 2015 belegt Platz sieben. Der Text beschreibt ihre Kombination aus Wintermantel mit Kunstfellkragen, Skinny-Jeans mit niedrigem Bund und selbstbewusster Haltung als Ausdruck ihres Charakters. Die Figur gilt bei vielen Fans als Favoritin, auch wenn das Remake von 2024 und der Film von 2025 weniger Anklang fanden.
Fiona Belli aus Haunting Ground von 2005 folgt auf Platz sechs. Lange wurde sie nach Ansicht des Beitrags missverstanden, inzwischen erfahre sie mehr Empathie. Ihre Kleidung, hohe Lederstiefel, ein kurzer Rock und eine mittelalterlich inspirierte Bluse mit Korsettschnürung, wird als typische Rüstung des Genres gelesen, die ihre Verletzlichkeit betont.
Auf Platz fünf steht Alice Liddell aus Alice: Madness Returns von 2011. Ihr blutbespritzes Teekleid, Petticoat und schmutzige Schürze verweisen laut Text auf die japanische Lolita-Modekultur. Die Autorin deutet die Kleidung als Ausdruck von Unzufriedenheit, denn die Figur hinterfragt die Erwartung, sich freizügiger zu kleiden. Auf Platz vier folgt Maria aus Silent Hill 2 von 2001. Ihr Outfit mit rosa Leopardenrock und Schmetterlingstattoo verzichtet auf Socken und wird von Fans bis heute nachgebaut.
Ashley Graham aus Resident Evil 4 von 2005 belegt Platz drei. Der Beitrag beschreibt sie als typische Horror-Protagonistin mit Lederstiefeln, kurzem Rock und enger Weste, die sie als Präsidententochter aber zugleich eigenständig wirken lässt. Der Text hebt hervor, dass das Spiel mit seiner Schießmechanik den modernen Survival-Horror prägte und das erfolgreiche Remake von 2023 diesen Einfluss erneut ins Gedächtnis rief.
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