RB Leipzig ist ohne seine beiden Wechselkandidaten ins Trainingslager gestartet. Abwehrspieler Yan Diomande fehlt nach Vereinsangaben wegen eines Infekts, Torhüter Peter Gulacsi befindet sich «aktuell in Gesprächen mit einem anderen Verein». Trainer Martín Demichelis muss die entscheidende Phase der Vorbereitung damit vorerst ohne zwei zentrale Kräfte planen. Die Mannschaft soll in Österreich den Feinschliff für den Saisonstart holen.
Die Personalien werfen ihre Schatten auf den Saisonauftakt des Bundesligisten. Vor allem Diomande steht im Mittelpunkt einer der größten Wechselgeschichten dieses Sommers. Seit Wochen wird über einen Wechsel zu Real Madrid spekuliert; die «Bild»-Zeitung berichtet, dass der Transfer zu den Königlichen weiterhin hakt. Demnach sorgt womöglich ein Chaos im Berater-Umfeld des Spielers für die Verzögerung. In mehreren Medien ist von einem möglichen Deal über 120 Millionen Euro die Rede, bestätigt ist davon nichts. Eine Einigung zwischen den Klubs steht demnach weiter aus. Wie viel Berater-Chaos tatsächlich hinter dem stockenden Transfer steckt, ist unklar.
Der Infekt kommt für den Abwehrspieler denkbar ungünstig. Statt im Trainingslager zu arbeiten und sich für einen möglichen Wechsel zu empfehlen, muss er in Leipzig pausieren. Schon beim Testspiel gegen den SC Verl hatte Diomande gefehlt, das RB ohne ihn und ohne Gulacsi deutlich gewann. Anschließend flog die Mannschaft weiter ins österreichische Saalfelden, wo Demichelis die ersten Einheiten leitete. Ob Diomande später nachrücken kann, ließ der Klub offen. Wie lange der Verteidiger ausfällt, teilte der Verein nicht mit.
Auch um Gulacsi bleibt es unruhig. Der Verein bestätigte, dass sich der erfahrene Torhüter «aktuell in Gesprächen mit einem anderen Verein» befindet, nannte den Interessenten aber nicht. In welcher Liga der mögliche neue Klub spielt, ist nicht bekannt. Gulacsi gilt ebenfalls als wechselwillig. Ein Abschied nach vielen Jahren in Leipzig erscheint möglich, ist aber noch nicht unter Dach und Fach. Der Schlussmann gehört seit langem zu den prägenden Figuren des Klubs.
Für RB Leipzig bedeutet die Lage eine unruhige Vorbereitung. Die Abwehr um Diomande zählt zu den wichtigsten Bausteinen der Mannschaft, und der Klub hofft bei einem Verkauf offenbar auf eine hohe Ablösesumme. Zugleich muss Demichelis sein Team formen, ohne zu wissen, mit welchem Personal er in der neuen Saison rechnen kann. Der 120-Millionen-Deal könnte die finanziellen Spielräume erweitern, im Zweifel aber auch den Kader schwächen. Sollte Diomande gehen, stünde die sportliche Leitung vor der Aufgabe, Ersatz zu beschaffen.
In den kommenden Tagen dürfte sich entscheiden, ob der 120-Millionen-Wechsel zustande kommt oder ob Diomande zumindest bis auf Weiteres in Leipzig bleibt. Beim Klub hält man sich bedeckt. Sicher ist nur: RB Leipzig muss die Vorbereitung vorerst ohne seinen Star bestreiten.



