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Dienstag, 15. September 2026 · Berlin

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Sydney Sweeney löst mit Nackt-Werbespot für Sport-App Empörung bei Athletinnen aus

Die Schauspielerin Sydney Sweeney posiert fast nackt für die Sport-Trading-App Novig. Zahlreiche Profisportlerinnen kritisieren die Kampagne als respektlos und sexualisierend. Sweeney verlor über 200.000 Follower.

Sydney Sweeney löst mit Nackt-Werbespot für Sport-App Empörung bei Athletinnen aus
Sydney Sweeney Criticized by Female Athletes as Nude Sports Trading App Ad Sparks Backlash

Die US-amerikanische Schauspielerin Sydney Sweeney hat mit einer neuen Werbekampagne für die Sport-Trading-App Novig eine breite Debatte ausgelöst. In den Spots ist die 28-Jährige fast vollständig nackt zu sehen, lediglich mit Fußbällen, Basketbällen und anderen Sportgeräten bedeckt. Der Slogan der Kampagne lautet: «Novig is just sports. So they wanted to show just sports.» Die Bilder sorgen seit ihrer Veröffentlichung für heftige Kritik, insbesondere von Frauen im Leistungssport.

Die australische Profiboxerin Skye Nicolson schrieb auf Instagram, Unternehmen, die solche Kampagnen fahren, «sollten es besser machen». In einer inzwischen gelöschten Story ergänzte sie, es sei eine Respektlosigkeit gegenüber Athletinnen, die ihr Leben dem Sport widmeten, und gegenüber den Frauen, die über Generationen Barrieren durchbrochen hätten, wenn dies durch ein Sexsymbol mit anzüglicher Sprache und Bildsprache lächerlich gemacht werde. Die ehemalige UCLA-Turnerin Gracie Kramer postete ein Video ihrer Wettkämpfe mit den Worten: «Ich weiß nicht, was Sydney Sweeney da gemacht hat, aber so sieht eine Frau im Sport aus.» Die zweifache Olympia-Wasserballerin Tilly Kearns veröffentlichte einen viralen Clip mit Szenen aus ihren Wettkämpfen und Trainingseinheiten und schrieb: «Ich hasse diese neue Sportwerbung von Sydney Sweeney absolut.» Es sei «viel schlimmer als ich es mir vorgestellt hatte» und sie setze «echten Frauensport» dagegen.

Auch die britische Sprinterin Amy Hunt äußerte sich nach ihrem 200-Meter-Lauf bei den Ultimate Championships in Budapest gegenüber der BBC: «Sydney Sweeney, so sehen Frauen im Sport aus.» Die britische Athletin Lucy Davis schrieb in den sozialen Medien: «Ich weiß nicht, was Sydney Sweeney da gemacht hat, aber es ist 2026 – hört auf, Frauen im Sport zu sexualisieren.» Die olympische Goldmedaillengewinnerin Ariarne Titmus erklärte, sie könne nicht beschreiben, wie wütend sie beim Ansehen sei. Es sei «ein Schlag ins Gesicht für jede Frau».

Sweeney reagierte auf die anhaltende Kritik in ihrer Instagram-Story, indem sie mehrere Titelbilder des ESPN «Body Issue» teilte, in denen nackte Athletinnen zu sehen sind. Gegenüber Complex bezeichnete sie die Kampagne als «eine sehr einfache und verspielte Idee». Sie betonte: «Ich bin mit Sport aufgewachsen. Ich habe Fußball, Softball und Ski alpin gemacht. Ich habe mit kleinen Kindern Slalom gelernt und MMA trainiert. Sport war ein großer Teil meines Lebens, und ich liebe es, Hockey und Boxen zu schauen.» Sie habe große Wertschätzung für jeden Kämpfer.

Die Empörung bleibt nicht ohne Folgen: Laut Variety hat Sweeney durch die Kontroverse über 200.000 Follower auf Instagram verloren. Mit 25,7 Millionen Followern bleibt ihr Profil dennoch eines der größten in Hollywood. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Werbekampagne mit Sweeney kritisiert wird. Bereits 2025 sorgte eine Kooperation mit American Eagle für Diskussionen, bei der ein Wortspiel mit «jeans» und «genes» Rassismusvorwürfe gegen die Marke und die Schauspielerin auslöste. American Eagle erklärte damals, die Anzeige habe lediglich zeigen sollen, dass «gute Jeans jedem gut stehen». Im Mai 2025 verkaufte Sweeney zudem ihr eigenes Badewasser in Partnerschaft mit der Körperpflegemarke Dr. Squatch, was ebenfalls Debatten auslöste.

Die Diskussion berührt ein größeres gesellschaftliches Thema: die Darstellung von Frauen im Sport und die Frage, ob Werbekampagnen mit prominenten Sexsymbolen die Leistungen von Athletinnen überschatten. Während Sweeney ihre Sportbegeisterung betont, sehen viele Sportlerinnen in der Kampagne eine Grenzüberschreitung. Die Debatte dürfte weiter anhalten, zumal die Kampagne in den sozialen Medien weiterhin präsent ist. Sweeney ist derzeit auch schauspielerisch stark gebucht: Sie soll in «The Housemaid's Secret» und einer Realverfilmung des Anime «Gundam» auftreten. Im Juli wurde bekannt, dass sie für einen neuen «Sleepy Hollow»-Film unterschrieben hat. Zudem ist sie für eine Adaption des Sega-Rennspiels «OutRun» mit Regisseur Michael Bay im Gespräch.

Marlene Brandt

Autor

Kulturkorrespondentin

Marlene Brandt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.