Gesellschaft 3 Min. Lesezeit Von Marlene Brandt
Norwegen nimmt Abschied von König Harald V.
Zehntausende Menschen säumen die Straßen von Oslo, um König Harald V. auf seinem letzten Weg zu begleiten. Der beliebte Monarch, den viele liebevoll den «Großvater Norwegens» nannten, ist am Mittwoch beigesetzt worden.
Zehntausende Menschen haben sich am Mittwoch in Oslo versammelt, um König Harald V. auf seinem letzten Weg zu begleiten. Der Trauerzug durch die norwegische Hauptstadt wurde von einer großen Anteilnahme der Bevölkerung begleitet. Harald V., der über Jahrzehnte als Staatsoberhaupt an der Spitze Norwegens stand, galt als eine der beliebtesten Persönlichkeiten des Landes und wurde liebevoll «Großvater Norwegens» genannt.
Die Trauerfeierlichkeiten zogen sich über den gesamten Tag hin. Bereits am Morgen säumten die Menschen die Straßen, um dem Sarg des Königs die letzte Ehre zu erweisen. Der Trauerzug führte durch das Zentrum von Oslo, vorbei an Orten, die eng mit dem Leben und der Herrschaft Haralds verbunden waren. Viele Bürgerinnen und Bürger legten Blumen nieder und verharrten in stillem Gedenken, als der Konvoi vorbeizog.
An der Spitze der Trauergemeinde standen Mitglieder der norwegischen Königsfamilie. Königin Sonja, die über Jahrzehnte an der Seite Haralds stand, sowie Kronprinz Haakon und seine Familie nahmen an den Zeremonien teil. Auch Königin Mette-Marit war anwesend. Nach Angaben von Schmuckexperten wählte die Familie für diesen Anlass Perlen als Zeichen der königlichen Trauer, eine Tradition, die in europäischen Königshäusern gepflegt wird.
Harald V. war nicht nur das Staatsoberhaupt Norwegens, sondern auch eine Symbolfigur für die norwegische Gesellschaft. Seine ruhige und volksnahe Art brachte ihm über Parteigrenzen hinweg Respekt und Zuneigung ein. In einer Zeit, in der viele Monarchien mit sinkender Popularität zu kämpfen haben, blieb die norwegische Königsfamilie fest in der Bevölkerung verankert. Der König selbst trug dazu bei, indem er sich regelmäßig öffentlich zeigte, an sportlichen Veranstaltungen teilnahm und ein offenes Ohr für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger hatte.
Die Anteilnahme am Tod Haralds geht weit über Norwegen hinaus. Internationale Medien berichteten ausführlich über die Trauerfeierlichkeiten, und zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus dem Ausland kondolierten. Die Beisetzung markiert das Ende einer Ära für das norwegische Königshaus, das nun unter Kronprinz Haakon in eine neue Phase eintritt.
Für die Menschen in Oslo und ganz Norwegen war der Mittwoch ein Tag des gemeinsamen Abschieds. Viele hatten sich bereits in den frühen Morgenstunden auf den Weg in die Innenstadt gemacht, um einen Platz entlang der Route zu ergattern. Die Stimmung war geprägt von Trauer, aber auch von Dankbarkeit für ein langes Leben im Dienst des Landes. Der «Großvater Norwegens» hinterlässt ein Vermächtnis, das weit über seine Amtszeit hinaus wirken dürfte.



