Kultur 3 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Greta Gerwigs Narnia wird eine Rockoper mit Bowie-Einfluss
Regisseurin Greta Gerwig verwandelt C. S. Lewis' Narnia in eine Rockoper. Der erste Blick auf Aslan zeigt eine von David Bowies Ziggy Stardust inspirierte Löwenfigur, gesprochen von Meryl Streep. Der Film startet am 12. Februar im Kino und kommt am 2. April zu Netflix.
Greta Gerwig inszeniert die Narnia-Romane von C. S. Lewis als Rockoper. Die Regisseurin, bekannt für «Barbie» und «Little Women», hat in einem Interview mit «Empire» erste Details zu ihrer Verfilmung von «Narnia: The Magician's Nephew» verraten. Der Film soll kein Musical sein, aber von der britischen Rockmusik der 1960er und 1970er Jahre inspiriert. «Ich wollte eine Rockoper. Ich wollte, dass es groß und mitreißend ist», sagte Gerwig. Die Geschichte wird als «ground-up retelling» der Vorlage beschrieben, also als eine von Grund auf neue Erzählung.
Netflix hat nun einen ersten Blick auf Aslan veröffentlicht, den mächtigen kosmischen Löwen, der Narnia mit seinem Gesang zum Leben erweckt. Gerwigs Interpretation des Löwen ist direkt von David Bowies berühmtester Figur Ziggy Stardust inspiriert. Der Löwe trägt heterochrome Augen und ein rot gestreiftes Gesicht. Gesprochen wird Aslan von Meryl Streep. «Narnia ist buchstäblich eine Welt, die aus Musik gemacht ist», erklärte Gerwig. «Es ist eine Welt, die von Aslan zum Leben gesungen wird, und Rock 'n' Roll fühlte sich für mich wie eine Welt an, die aus Musik gemacht ist.»
Die Besetzung des Löwen war für Gerwig eine Frage von Erfahrung und Ausstrahlung. «Ich wollte jemanden, der tiefgründig, aber nicht pretentiös ist, der Gravitas hat, aber nicht morose Selbstseriosität», sagte sie. «Jemand, der Tiefe und Pathos ebenso vermitteln kann wie Freude und Vergnügen. Ich wollte jemanden, der älter als 70 ist, damit eine Weisheit der Erfahrung da ist, aber der auch die Fähigkeit zu frischem Staunen hat, wie ein Kind. Und außerdem einer der größten Schauspieler aller Zeiten sein sollte. Diese Liste ist nicht lang.» Die Wahl fiel auf Streep, mit der Gerwig bereits bei «Little Women» zusammengearbeitet hat.
«The Magician's Nephew» ist chronologisch der erste Band der Narnia-Reihe, wurde aber bislang nie für den Bildschirm adaptiert. Die meisten Verfilmungen beginnen mit «The Lion, the Witch and the Wardrobe», dem ersten veröffentlichten und bekanntesten Narnia-Buch. Gerwigs Film ist nicht in den frühen 1900er Jahren angesetzt, sondern im Großbritannien der Nachkriegs-1950er Jahre. Der Film soll exklusiv im Kino laufen, ab dem 12. Februar, mit IMAX-Vorpremieren ab dem 10. Februar. Am 2. April erscheint er dann auf Netflix.
Neben Meryl Streep als Stimme von Aslan umfasst die Besetzung Carey Mulligan, Daniel Craig, Emma Mackey und Ciarán Hinds. Die jungen Hauptrollen spielen die Newcomer David McKenna und Beatrice Campbell. Netflix setzt offenbar darauf, mit diesem frischen Einstieg in das Franchise den Grundstein für eine erfolgreiche Reihe zu legen. Die Produktion war ein jahrelanger Prozess, um die Geschichte zum Leben zu erwecken. Mit der Rockoper-Inspiration und der prominenten Besetzung positioniert sich der Film als ein ungewöhnlicher Blockbuster, der sich deutlich von früheren Narnia-Adaptionen abhebt.



