Junkr

Mittwoch, 26. August 2026 · Berlin

Suche

Gesellschaft 4 Min. Lesezeit Von

Mark Ruffalo weist Antisemitismus-Vorwurf von Paramount zurück

Im Streit um die milliardenschwere Warner-Bros.-Übernahme wirft Paramount dem Schauspieler Mark Ruffalo antisemitische Rhetorik vor. Ruffalo nennt die Anschuldigung „empörend und grundlegend unehrlich“ und verteidigt seine Kritik an Oracle und dem Deal.

Mark Ruffalo weist Antisemitismus-Vorwurf von Paramount zurück
'Appalling and Fundamentally Dishonest': Mark Ruffalo Slams Paramount After Studio Suggests Warner Bros. Buyout Criticism Stemmed From 'Antisemitic Tropes'

Der Schauspieler Mark Ruffalo hat den Vorwurf von Paramount, er habe in seiner Kritik an der milliardenschweren Warner-Bros.-Übernahme „antisemitische Tropen“ verwendet, scharf zurückgewiesen. In einer Stellungnahme auf der Plattform X nannte der „Avengers“-Star die Anschuldigung „empörend und grundlegend unehrlich“. Hintergrund ist ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen dem Studio und dem Schauspieler über den geplanten 111-Milliarden-Dollar-Deal, der Warner Bros. unter das Dach von Paramount bringen soll.

Der Streit entzündete sich an einem Instagram-Post von Ruffalo, in dem er auf ein Video der Oracle-Vizechefin Safra Catz reagierte. Catz hatte öffentlich die Unterstützung des Technologiekonzerns für das israelische Militär thematisiert und dabei von „wirklich beängstigender Technologie“ gesprochen, die der israelischen Armee zur Verfügung gestellt werde. Ruffalo schrieb dazu, diese Technologien könnten „höchstwahrscheinlich in einen der größten Medienkonzerne der Welt integriert werden und eines Tages gegen euch eingesetzt werden“. Er sprach zudem von einem „Völkermord, der auf einem Apartheidsystem der Unterdrückung aufgebaut ist, das von Oracle angetrieben wird“.

Paramount reagierte ungewöhnlich direkt auf die Äußerungen des Schauspielers. Ein Sprecher des Studios erklärte gegenüber dem Branchenmagazin „The Hollywood Reporter“, man sei „beunruhigt, wenn antisemitische Tropen im angeblichen Dienst eines Geschäftsstreits beschworen werden“. Wörter wie „Völkermord“ und „Apartheid“, auf eine Unternehmenstransaktion angewendet, seien nicht nur falsch, sondern „ein Schritt zu weit“ und würden das „sehr reale Leid“ verharmlosen, das diese Wörter beschreiben sollen. Das Statement legt nahe, dass solche Äußerungen „die wahre Motivation einiger“ offenlegen würden, die sich gegen die Transaktion stellten.

Ruffalo wies diese Deutung in seiner Antwort entschieden zurück. „Die Kritik an den Handlungen des israelischen Premierministers, an einem Militärtechnologievertrag oder an den Führungskräften, die ihn beliefern, ist nicht dasselbe wie die Kritik an jüdischen Menschen“, schrieb er. Dieser „kritische und notwendige Dialog“ werde unehrlich als anti-israelisch dargestellt. Er betonte, seine Ansichten stammten aus seiner eigenen politischen Überzeugung und sollten niemals als Feindseligkeit gegenüber jüdischen Menschen verstanden werden, für die er „tiefe Liebe und Respekt“ hege.

Der Schauspieler lenkte die Debatte zugleich zurück auf die inhaltlichen Punkte seiner Kritik an der Übernahme. Der 111-Milliarden-Dollar-Deal würde einer Familie die Kontrolle über CNN, HBO und Warner Bros. geben, unterstützt durch „ausländisches Geld, dessen Einfluss auf redaktionelle Entscheidungen der Öffentlichkeit nie vollständig erklärt wurde“. Er verwies auf zwölf Generalstaatsanwälte, die klagen, um den Zusammenschluss zu blockieren, und auf Gesetzgeber beider Parteien, die eine nationale Sicherheitsprüfung gefordert hätten. „Jetzt ist die Zeit, sich mutig mit all diesen Fragen auseinanderzusetzen, nicht zurückzutreten oder nachzugeben“, so Ruffalo.

Die Übernahme von Warner Bros. durch Paramount, hinter der der Milliardär David Ellison und sein Vater Larry Ellison, Mitbegründer des Technologiekonzerns Oracle, stehen, war zuletzt verschoben worden. Ein Kartellprozess könnte den Abschluss des Deals bis zum Ende des rechtlichen Verfahrens blockieren. Kritiker befürchten neben Arbeitsplatzverlusten vor allem eine Einschränkung der redaktionellen Unabhängigkeit des Nachrichtensenders CNN.

Moritz Albrecht

Autor

Redakteur vom Dienst

Moritz Albrecht berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.