Technologie 3 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Xbox-Disc-to-Digital-Programm: Vier große Publisher machen nicht mit
Das neue Disc-to-Digital-Programm von Xbox stößt an Grenzen: Spiele von Sega, Square Enix, Ubisoft und Bandai Namco sind offenbar weitgehend ausgeschlossen. Nutzer berichten von Fehlermeldungen, wenn sie physische Spiele dieser Publisher umwandeln wollen.
Das neue Disc-to-Digital-Programm von Xbox sollte den Umstieg auf digitale Spielebibliotheken erleichtern, doch offenbar beteiligen sich nicht alle großen Publisher. Wie Nutzer berichten, zeigen sich Spiele von Sega, Square Enix, Ubisoft und Bandai Namco weitgehend inkompatibel mit dem Dienst. Legt man eine Disc eines dieser Unternehmen ein, erscheint die Meldung, dass der Titel nicht am digitalen Lizenzierungsprogramm teilnimmt.
Das berichtet unter anderem das Portal Kotaku, das die Fehlermeldung verifiziert hat. Eine Fan-Initiative hat zudem eine Liste aller kompatiblen Spiele erstellt und dokumentiert, welche Titel der vier Publisher ausgeschlossen sind. Wer also eine physische Edition von „Far Cry 4“, „Final Fantasy 15“ oder „Dark Souls 3“ besitzt und diese in eine digitale Lizenz umwandeln möchte, hat derzeit Pech.
Microsoft hatte angekündigt, das Programm schrittweise auszurollen. Theoretisch könnten die Publisher also später noch einsteigen. Die aktuelle Formulierung der Fehlermeldung und die schiere Menge betroffener Spiele lassen jedoch vermuten, dass dies vorerst nicht geschehen wird. Als wahrscheinlichster Grund gelten wirtschaftliche Überlegungen: Die Unternehmen dürften bevorzugen, dass Spieler ihre Titel erneut im digitalen Store kaufen, anstatt gebrauchte Discs günstig zu erwerben und umzuwandeln. Bei Privatverkäufen oder Secondhand-Käufen verdienen die Publisher keinen Cent.
Besonders Square Enix steht in der Kritik. Mehrere seiner großen HD-2D-Rollenspiele bieten keinen Upgrade-Pfad für die kommende Switch-2-Konsole. Wer beispielsweise „Octopath Traveler“ für die Switch besitzt, erhält kein kostenloses oder vergünstigtes Upgrade-Paket für die neue Hardware. Stattdessen müssen Spieler das Spiel erneut kaufen, wenn die Switch-2-Version erscheint – ein Speicherstand-Transfer ist ebenfalls nicht vorgesehen.
Die Haltung der vier Publisher wirft Fragen zur Spieleerhaltung auf. Sega, Square Enix, Ubisoft und Bandai Namco repräsentieren einen erheblichen Teil des Spielemarkts und besitzen zahlreiche große Franchises sowie viele kleinere Titel. Microsoft möchte mit dem Programm den Übergang in eine zunehmend digitale Zukunft erleichtern – und ihn besser gestalten als Sonys Ansatz, der stärker auf den vollständigen Verzicht physischer Medien setzt. Doch ohne die Beteiligung wichtiger Publisher bleibt der Dienst vorerst ein Stückwerk.



