Kultur 4 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
Fans hoffen auf Majora’s Mask-Remake im neuen Ocarina-of-Time-Stil
Nach dem überraschenden Remake von Ocarina of Time wünschen sich Fans eine Neuauflage des düsteren Nachfolgers Majora’s Mask. Besonders der berüchtigte Mond mit seinem gruseligen Gesicht könnte im neuen Grafikstil noch bedrohlicher wirken.
Das kürzlich angekündigte Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time sorgt in der Gaming-Community für gemischte Gefühle. Während einige Fans die neue Optik mit ihrem Hang zum Realismus befremdlich finden, sind andere begeistert, Hyrule in nie dagewesener Detailtreue zu sehen. Doch abseits der Diskussion über die Gesichter von Link und Zelda wächst in Teilen der Fangemeinde eine andere Hoffnung: dass Nintendo denselben grafischen Ansatz auch für den direkten Nachfolger Majora’s Mask wählt.
Majora’s Mask gilt bis heute als eines der ungewöhnlichsten und düstersten Kapitel der Zelda-Reihe. Im Zentrum der Handlung steht ein unheilvoller Mond mit einem breiten, gruseligen Grinsen, der über drei Tage hinweg unaufhaltsam auf die Stadt Clock Town zurast. Je näher er kommt, desto größer und bedrohlicher wirkt sein Gesicht am Himmel – ein permanentes Symbol der drohenden Katastrophe, die nur der Spieler abwenden kann. Dieses Design, zusammen mit der ikonischen Maske des Titelgegners, verleiht dem Spiel eine völlig andere Atmosphäre als die epische Reise durch Hyrule in Ocarina of Time.
Die kürzlich gezeigten Szenen aus dem Remake deuten darauf hin, dass die Charaktermodelle deutlich detaillierter und realistischer gestaltet wurden als im Original von 1998. Besonders das Gesicht des jungen Link wirkt auf viele Betrachter verblüffend nah am Uncanny Valley, und auch die erste Darstellung der jungen Zelda sorgte für Diskussionen. Während erwachsener Link und Sheik nach ersten Eindrücken gelungen wirken, sind dies Figuren, die freundlich und einladend gestaltet wurden. Genau hier liegt das Potenzial für Majora’s Mask: Die Bewohner von Termina sind das genaue Gegenteil – sie sollen verstören und beunruhigen.
Ein Remake im neuen Stil könnte den Horror-Charakter des Spiels noch stärker betonen. Der wahnsinnige Maskenverkäufer, der zwischen freundlichem Lächeln und weit aufgerissenen Augen wechselt, die riesigen Riesen ohne Körper, die den Aufprall des Mondes verhindern sollen, oder die geisterhafte Gestalt von Kamaro, der nachts durch das Feld von Termina streift – all diese Figuren würden von einer realistischeren Darstellung profitieren. Auch die Verwandlungen, die Link beim Aufsetzen der verschiedenen Masken durchläuft und bei denen sich sein Körper auf unheimliche Weise verformt, könnten im neuen Grafikstil deutlich eindringlicher wirken.
Interessant ist auch der Blick auf Ocarina of Time selbst: Das Spiel nimmt etwa auf halber Strecke eine düstere Wendung, und einige der Horrorelemente, die später Majora’s Mask prägen sollten, werden dort bereits angedeutet. Wie Nintendo diese Passagen im Remake umsetzt, dürfte ein Hinweis darauf sein, ob das Studio bereit ist, sich stärker an die unheimlichen Seiten der Reihe zu wagen. Bisherige Neuauflagen, etwa die überarbeitete Version für den Nintendo 3DS, haben den Mond zwar detaillierter dargestellt, aber nicht grundlegend neu interpretiert.
Ob Nintendo tatsächlich ein weiteres Remake plant, ist ungewiss. Eine kontinuierliche Reihe von Neuauflagen im Stil von Capcoms Resident-Evil-Remakes erscheint unwahrscheinlich. Doch die Nachfrage ist da: Viele Spielerinnen und Spieler, die mit Ocarina of Time aufgewachsen sind, würden gerne sehen, wie die unheimliche Welt von Termina in moderner Grafik aussieht. Der Mond mit seinem durchdringenden Blick wäre dabei nur der Anfang – die gesamte Atmosphäre des Spiels könnte von einer solchen Überarbeitung profitieren.



