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Anthropic sperrt mit Claude-Update Nachbauten bekannter Videospiele

Der KI-Entwickler Anthropic hat seinen Assistenten Claude so angepasst, dass er keine Kopien bestehender Spiele mehr erstellt. Die Änderung reagiert auf eine Flut KI-generierter Spielklone auf Plattformen wie Steam.

Anthropic sperrt mit Claude-Update Nachbauten bekannter Videospiele
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Der KI-Entwickler Anthropic hat ein Update für Claude veröffentlicht, das dem Erstellen von KI-generierten Spielklonen einen Riegel vorschieben soll. Betroffen ist insbesondere Claude Code, das Programmierwerkzeug des Unternehmens. Die Maßnahme trifft einen Bereich, der in den vergangenen Wochen für großen Unmut in der Spielebranche gesorgt hat.

Auslöser war die Steam Next Fest, die Valve Anfang des Monats gestartet hatte. Auf der Plattform häuften sich danach Beschwerden von PC-Spielerinnen und -Spielern, deren Empfehlungsfeeds mit billig wirkenden Klonen bestehender Titel gefüllt waren. Einige dieser Nachbauten erschienen sogar, bevor die Originale ihre eigenen Demos veröffentlicht hatten. In der Community kursiert dafür der Begriff »AI Slop«, also minderwertige KI-Massenware.

Für Entwicklerinnen und Entwickler ist das Problem ernst. Monate oder sogar Jahre harter Arbeit können durch solche Kopien an Wert verlieren. Einige Studios reagierten laut Berichten, indem sie ihre geplanten Steam-Demos absagten und stattdessen auf private Playtests setzten. Zu den genannten Betroffenen zählt das Studio Alliance Arts, das an »Drunken Goddess Reflux« arbeitet. Valve selbst erklärte, man denke darüber nach, wie sich dieses Problem lösen lasse.

Laut einem Bericht von Game Developer machte der X-Nutzer Chasm als einer der Ersten auf die neue Regel aufmerksam. Sie soll seit dem 27. Oktober in Claude Code aktiv sein, wurde nach Angaben des Nutzers über ein internes Kennzeichen ausgespielt und lässt sich nicht abschalten. Dem Wortlaut zufolge soll Claude originale Spiele, Spiele innerhalb eines Genres sowie Spiele aus eigenen Entwürfen und Assets bauen. Nicht erlaubt ist dagegen die Nachbildung eines bestimmten bestehenden Spiels, auch dann, wenn es umbenannt oder als Original ausgegeben wird.

Anthropic bestätigte die Änderung gegenüber Game Developer über einen Beitrag von Addy Osmani, einem Mitglied des technischen Teams. Demnach wurden dem Systemprompt von Claude Code für das Modell Opus 5.5 zwei Sätze hinzugefügt, um die KI davon abzubringen, das konkrete Spiel eines anderen nachzubauen. Begründet wurde dies damit, dass die Nutzung von Claude zur Verletzung geistigen Eigentums gegen die Nutzungsrichtlinien verstoße. Original-, Genre- und eigene Spiele sollen weiterhin funktionieren. Das Unternehmen kündigte an, die Regel weiter anzupassen, um das richtige Gleichgewicht zu finden. Wird etwas Eigenes abgelehnt, können Betroffene sich direkt an Osmani wenden.

Unklar ist, ob ein bestimmtes Ereignis den Schritt ausgelöst hat. Ebenso offen bleibt, wie stark sich die Änderung tatsächlich auswirken wird. Immerhin dürfte es für Personen schwieriger werden, mit Claude fremde Ideen direkt zu übernehmen und daraus Gewinn zu schlagen.

Die Debatte über generative KI in der Spielebranche ist derweil breit geführt. Epic-Games-Chef Tim Sweeney hat sich dagegen ausgesprochen, dass Valve Entwickler verpflichten sollte, den Einsatz generativer KI offenzulegen. Der Super-Smash-Bros.-Schöpfer Masahiro Sakurai verglich KI-generierte Spiele mit »minderwertiger Ware«. Auch die Macher von VRChat gerieten zuletzt wegen ihres Umgangs mit KI-Inhalten in die Kritik.

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Moritz Albrecht

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Redakteur vom Dienst

Moritz Albrecht berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.