Bei einer Explosion vor einem Edel-Restaurant in Moskau sind nach russischen Medienberichten fünf Menschen getötet worden. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von einem Terroranschlag, die Umstände der Detonation waren zunächst unklar.

Die Explosion ereignete sich am Samstag vor dem Restaurant Balzi Rossi am Kudrinskaja-Platz. Die unabhängig voneinander veröffentlichten Berichte der Nachrichtenkanäle «Baza» und «Mash» stimmen darin überein, dass fünf Menschen ums Leben kamen. Sechs Verletzte schweben demnach in Lebensgefahr. Sobjanin schrieb auf seinem Telegramkanal: «Die Täter werden mit Sicherheit gefunden und die verdiente Strafe erhalten.»

Nach Angaben russischer Medien könnte der Anschlag dem Oberbefehlshaber der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte, Alexander Tschaiko, gegolten haben. Er soll in dem Restaurant seinen 55. Geburtstag gefeiert haben. Unter den Gästen sollen zahlreiche weitere hochrangige Militärs gewesen sein. Eine offizielle Bestätigung für diese Einschätzung gab es zunächst nicht.

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund anhaltender wechselseitiger Angriffe im Ukraine-Krieg. Russland hatte die ukrainische Hauptstadt Kiew zuvor erneut mit ballistischen Raketen beschossen. Nach Medienberichten wurden dabei mindestens neun Menschen getötet und 23 weitere verletzt, darunter zwei Teenager. In mehreren Bezirken wurden Wohnhäuser und Gewerbegebäude beschädigt, Autos gerieten in Brand. Ein fünfstöckiges Wohnhaus wurde durch herabstürzende Trümmer beschädigt, zeitweise waren Menschen eingeschlossen. Bürgermeister Vitali Klitschko rief die Bewohner auf, in Schutzräumen zu bleiben. Viele verbrachten die Nacht in U-Bahn-Stationen oder im Freien. Das genaue Ausmaß der Schäden blieb zunächst unklar.

Die ukrainische Seite meldete unterdessen eigene Angriffe. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, im Asowschen Meer sei ein russisches Frachtschiff versenkt worden. Das Schiff habe eine Ladekapazität von 100.000 Tonnen, sei unter russischer Flagge gefahren und «dank der Treffsicherheit» der ukrainischen Streitkräfte gesunken. Rosatom bestätigte den Untergang. Nach Angaben von Rosatom-Chef Alexej Lichatschow wurde das Schiff mehr als 200 Kilometer vor Noworossijsk von zwei Drohnen getroffen. Die 17 Besatzungsmitglieder seien gerettet worden. Lichatschow warf Kiew «Piratentum und Seeräuberei» vor.

Selenskyj berichtete außerdem von Angriffen auf die Infrastruktur dreier Raffinerien in der russischen Teilrepublik Baschkortostan. Der Gouverneur Radi Chabirow teilte mit, Trümmer einer abgeschossenen ukrainischen Drohne seien in ein Industriegebiet in Ufa gestürzt. Dabei sei es zu Rauchbildung gekommen, Verletzte habe es nicht gegeben.

Die 20. Brigade der ukrainischen Armee hat nach eigenen Angaben zudem russische Treibstoffzüge weit entfernt von der Front angegriffen. In einem von der Einheit veröffentlichten Video heißt es, der Angriff sei mit Drohnen erfolgt. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.

Auch der russische Angriff auf ukrainische Logistikziele geht weiter. Ukrainischen Medienberichten zufolge schlug am Samstag eine Geran-Drohne in einem Warenhaus des Versandhändlers Rozetka in der Region Kiew ein. Ein Arbeiter wurde getötet, sieben weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Auf Telegram verbreitete Fotos zeigen leichte Schäden am Warenhaus und ausgebrannte Fahrzeuge des Versandhändlers.

In den wirtschaftlichen Dimensionen des Konflikts meldete sich US-Präsident Donald Trump zu Wort. In einem Interview mit dem Sender Real America's Voice drohte er, die USA könnten sich jederzeit an den natürlichen Ressourcen der Ukraine bedienen. Das Land verfüge über große Vorkommen an Seltenen Erden. «Wir haben dazu einen Vertrag geschlossen. Wir können jederzeit einfach dort hingehen und uns alles nehmen, was wir wollen», sagte Trump. Er nannte das Abkommen einen «sehr guten Deal».

Für Aufsehen sorgte zudem die Einberufung des Kiewer Rappers Zipulya, bürgerlich Andriy Posysaev, in die ukrainische Armee. Sein Umfeld wirft den Behörden vor, die Mobilisierung sei illegal gewesen. In einem Beitrag auf seinem Instagram-Kanal heißt es, Posysaev habe die militärische Medizinkommission in fünf Minuten durchlaufen und sei für diensttauglich erklärt worden, obwohl er ein Internat für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen besucht habe. Einen Behindertenausweis oder eine Diagnose habe er nicht erhalten können.