Wärmepumpen haben beim Heizungstausch in deutschen Wohngebäuden erstmals die fossil betriebenen Heizkessel überholt. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach waren die Geräte im vergangenen Jahr die am häufigsten eingebaute Heizungsart. IW-Experte Ralph Henger spricht von einer „echten Trendwende im Heizungskeller“.

Laut der Studie tauschten 2025 rund 3,4 Prozent der selbstnutzenden Eigentümerhaushalte ihre Heizung aus. Davon entschieden sich 1,9 Prozent für den Einbau einer Wärmepumpe, was dem Niveau des Vorjahres entspricht. Im Gegensatz dazu sank die Einbaurate von Kesselheizungen von drei auf 1,4 Prozent. Der Anteil neuer Fernwärmeanschlüsse blieb mit 0,1 Prozent weiterhin gering. Die Daten basieren auf dem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Kopernikus-Projekt Ariadne, für das jährlich 15.000 Haushalte befragt werden.

Henger sieht mehrere Gründe für den Aufschwung der Wärmepumpe. Wer mit einer Wärmepumpe heize, zahle derzeit die niedrigsten Heizkosten. Zudem könnten die meisten Geräte im Sommer auch kühlen, was eine separate Klimaanlage überflüssig mache. Für das laufende Jahr erwartet der Experte, dass die Wärmepumpe beim Heizungstausch die Nummer eins bleibt und ihren Vorsprung weiter ausbaut. Die Entwicklung markiere einen deutlichen Wandel in der Heizungsbranche, die lange von fossilen Brennstoffen dominiert wurde.

Auch im Neubau gewinnen Wärmepumpen weiter an Bedeutung. Wie das Statistische Bundesamt im Juni mitteilte, werden knapp drei Viertel (73,6 Prozent) der rund 58.900 Wohngebäude, die 2025 fertiggestellt wurden, hauptsächlich mit Wärmepumpen beheizt. Innerhalb von zehn Jahren hat sich dieser Anteil mehr als verdoppelt. Dies unterstreicht den langfristigen Trend hin zu klimafreundlichen Heizlösungen, der durch staatliche Förderprogramme unterstützt wird.

Allerdings zeichnen sich Veränderungen bei der finanziellen Unterstützung ab. Bisher ist beim Umstieg auf eine Wärmepumpe oder andere klimafreundliche Heizungen eine Förderung von bis zu 70 Prozent möglich. Der maximal erhältliche Investitionskostenzuschuss für den Heizungstausch betrug bis zu 21.000 Euro der sogenannten förderfähigen Kosten. Bis 2030 soll dieser Betrag jedoch schrittweise um mehrere Tausend Euro sinken. Die Regierung begründet diese Kürzung mit Sparzwängen im Bundeshaushalt.

Trotz der positiven Entwicklung bei Wärmepumpen ist die Gesamtzahl der neu eingebauten Heizungen in Wohngebäuden 2025 gesunken. Die Einbaurate fiel von etwa fünf Prozent im Vorjahr auf 3,4 Prozent. Dies könnte auf eine gewisse Verunsicherung bei Hausbesitzern hindeuten, die durch die Diskussionen um das Heizungsgesetz und die sich ändernden Förderbedingungen ausgelöst wurde. Dennoch sehen Experten den Trend zur Wärmepumpe als stabil an, da sie sowohl ökologisch als auch ökonomisch zunehmend attraktiver wird.

Die Umstellung auf Wärmepumpen gilt als ein zentraler Baustein der deutschen Klimapolitik im Gebäudesektor. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den CO2-Ausstoß im Gebäudebereich deutlich zu reduzieren, um die nationalen Klimaziele zu erreichen. Die aktuellen Zahlen des IW zeigen, dass dieser Wandel im Heizungskeller allmählich Fahrt aufnimmt, auch wenn noch ein langer Weg vor der vollständigen Abkehr von fossilen Brennstoffen liegt.