Kultur 4 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
«I Play Rocky»: Sylvester Stallones Aufstieg als Filmstoff
Peter Farrelly inszeniert mit «I Play Rocky» die Entstehungsgeschichte des ersten «Rocky»-Films von 1976. Anthony Ippolito spielt Sylvester Stallone, der das Drehbuch nur unter der Bedingung verkauft, selbst die Hauptrolle zu übernehmen. Der Film startet am 6. November in ausgewählten Kinos und läuft ab dem 20. November bundesweit.
Peter Farrelly erzählt in «I Play Rocky» die Geschichte hinter dem ersten «Rocky»-Film von 1976. Im Mittelpunkt steht Sylvester Stallone, gespielt von Anthony Ippolito, der Anfang der 1970er Jahre als Schauspieler scheitert und von seiner Freundin Sasha, dargestellt von AnnaSophia Robb, ermutigt wird, eigene Drehbücher zu schreiben. Der Film feierte seine Premiere im Rahmen des Toronto International Film Festivals und kommt am 6. November in ausgewählte Kinos, bevor er am 20. November bundesweit startet.
Die Handlung folgt Stallones Weg vom erfolglosen Darsteller, dem man immer wieder sagt, er habe weder das Aussehen noch die Stimme für eine Hauptrolle, bis zum Durchbruch mit «Rocky». Nach einem Treffen mit den Produzenten Irwin Winkler, gespielt von P.J. Byrne, und Robert Chartoff, verkörpert von Toby Kebbell, schreibt Stallone das Drehbuch. Die erste Hälfte des Films widmet sich ausführlich der Beziehung zu Sasha, den finanziellen Nöten des Paares und Stallones hartnäckigem Kampf um eine Schauspielkarriere.
Ippolito überzeugt in der Rolle des Sylvester Stallone nicht nur durch äußerliche Ähnlichkeit und eine nachgeahmte Sprechweise, sondern durch eine eigenständige, geerdete Darstellung. Robb wird als Sasha mit viel Sympathie und Temperament gezeigt, besonders in einer Szene, in der sie Stallones Vater Frank Sr., gespielt von Matt Dillon, zum ersten Mal begegnet und die gewalttätige Atmosphäre im Elternhaus erkennt.
Im Zentrum des Films steht der Konflikt um das «Rocky»-Drehbuch. Die Produzenten sind begeistert, und Studiochefin Sandy Maddox, eine von Tracy Letts gespielte Kunstfigur, die auf mehreren Führungskräften basiert, will den Film machen. Stallone weigert sich jedoch, das Skript zu verkaufen, wenn er nicht selbst die Hauptrolle spielen darf. Die Hollywood-Veteranen reagieren mit einer Mischung aus Begeisterung und Frustration, während Stallone immer höhere Angebote ausschlägt. Aus dieser Konstellation zieht der Film einen Großteil seines Humors.
Die zweite Hälfte von «I Play Rocky» behandelt die eigentliche Produktion des Films. Sie wirkt episodischer als der erste Teil und springt zwischen einzelnen Produktionshürden, darunter Verletzungen Stallones und der Versuch, mit einer nicht gewerkschaftlich organisierten Crew zu drehen. Auch die Besetzung der Nebenrollen wird nur unvollständig erzählt: Carl Weathers, dargestellt von Stephan James, erhält einen großen Auftritt bei einem Casting und ist mehrfach beim Boxtraining zu sehen, verschwindet aber in den eigentlichen Drehszenen. Die Besetzung von Talia Shire, Burgess Meredith und Burt Young wird gar nicht gezeigt, die Figuren tauchen ohne Einführung am Set in Philadelphia auf.
Regisseur Peter Farrelly, der das Drehbuch von Peter Gamble umsetzt, meldet sich mit «I Play Rocky» nach mehreren direkt auf Streamingdiensten veröffentlichten Filmen zurück. Der Film gilt als seine stärkste Arbeit seit der Trennung von seinem Bruder Bobby und erinnert an gemeinsame Komödien wie «Dumb and Dumber», «Kingpin» und «There’s Something About Mary». Trotz der wenig subtilen Prämisse, die Parallelen zwischen Stallones Kampf und der Handlung von «Rocky» betont, funktioniert der Film durch seine engagierte Erzählweise und seinen Witz.



