Die geplante Übernahme des traditionsreichen Hollywood-Studios Warner Bros. durch den Konkurrenten Paramount ist vorerst gestoppt. Eine Bundesrichterin in Oakland bei San Francisco ordnete am Mittwoch eine zweiwöchige Aussetzung des mehr als 100 Milliarden Dollar schweren Deals an. Hintergrund ist eine Klage von zwölf US-Bundesstaaten, die den Zusammenschluss als wettbewerbsschädigend ansehen und eine längerfristige einstweilige Verfügung erwirken wollen.

Richterin Araceli Martínez-Olguín gab den klagenden Bundesstaaten zunächst recht und setzte die Fusion für zwei Wochen aus. In dieser Zeit soll über die beantragte längerfristige Blockade verhandelt werden. Die Bundesstaaten, darunter auch Kalifornien, argumentieren, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die ohnehin angeschlagenen Kinos weiter unter Druck setzen würde. Die Richterin befand, dass Paramount und Warner gemeinsam einen erheblichen Marktanteil in diesem Geschäft hätten, was die Wahrscheinlichkeit einer wettbewerbswidrigen Übernahme erhöhe.

Ein zentraler Punkt im Rechtsstreit ist die Frage, ob Blockbuster-Filme mit einem Einspielergebnis von mehr als 100 Millionen Dollar einen eigenen Markt bilden. Die Bundesstaaten vertreten die Auffassung, dass diese Kassenschlager für die Existenzsicherung der Kinos besonders wichtig seien. Eine zu große Marktmacht eines einzelnen Players in diesem Segment sei wettbewerbsfeindlich und schade letztlich auch den Zuschauern. Paramount hingegen weist diese Marktdefinition als realitätsfern zurück.

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte den Milliardendeal bereits ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium war zu dem Schluss gekommen, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch den US-Verbrauchern schaden werde – weder im Fernseh- und Streaming-Geschäft noch in der Filmproduktion. Allerdings berichtete das „Wall Street Journal“, dass die Übernahme von der Führung des Ministeriums durchgewinkt wurde, bevor die zuständigen Juristen eine Empfehlung abgeben konnten.

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich Netflix im vergangenen Jahr mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Doch Paramount erhöhte das Gebot und einigte sich schließlich auf die Übernahme des gesamten Konzerns Warner Bros. Discovery, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal hat ein Volumen von rund 111 Milliarden Dollar.

Für Paramount könnte die Verzögerung teuer werden. Um die Warner-Aktionäre zu überzeugen, hatte das Unternehmen zusätzliche Zahlungen für jedes Quartal nach dem 30. September dieses Jahres bis zum Abschluss der Übernahme zugesagt. Das dürfte den Konzern etwa 650 Millionen Dollar pro Vierteljahr kosten. Je länger sich die Fusion hinzieht, desto höher werden die finanziellen Belastungen.

Die Klage der Bundesstaaten hat auch eine politische Dimension. Trump-Kritiker befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. In der Vergangenheit hatten bereits mehrfach Milliardäre Medienhäuser übernommen, die dem Präsidenten die Treue halten. Trump selbst hatte mehrfach betont, dass ihm besonders wichtig sei, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt.

Die Entscheidung der Richterin ist zunächst nur eine vorläufige Maßnahme. In den kommenden zwei Wochen wird das Gericht prüfen, ob die Bundesstaaten mit ihrer Argumentation durchdringen und eine längerfristige Blockade der Übernahme erreichen können. Sollte die Fusion endgültig scheitern, wäre dies ein herber Rückschlag für Paramount und ein Signal für die gesamte Medienbranche.