Junkr

Samstag, 29. August 2026 · Berlin

Suche

Kultur 4 Min. Lesezeit Von

CD-Projekt-Red hilft Gamescom-Diebstahlopfer: Branche zeigt Solidarität

Auf der Gamescom in Köln wurden offenbar mehrere Laptops und Ausrüstung von Indie-Entwicklern gestohlen. Der Solo-Entwickler Ryan Laley erhielt nach seinem Hilferuf Unterstützung von CD Projekt Red und anderen Branchengrößen.

CD-Projekt-Red hilft Gamescom-Diebstahlopfer: Branche zeigt Solidarität
Indie Dev Posts Video Reporting Stolen Laptops at gamescom as CD Projekt Red and More Step in to Help

Die Gamescom in Köln sollte die neuesten Spiele-Highlights präsentieren, doch mindestens zwei Diebstähle haben in diesem Jahr für einen Schatten auf der Messe gesorgt. Der Indie-Entwickler Ryan Laley meldete, dass seine Ausrüstung aus seinem Messestand gestohlen wurde. Er sprach von einem „enormen Schlag, finanziell und mental“. Die Branche reagierte schnell: CD Projekt Red, bekannt für „The Witcher 3“ und „Cyberpunk 2077“, bot dem Entwickler Hilfe an.

Auf der Plattform X antwortete CD Projekt Red auf Laleys Nachricht und schrieb, man wolle sehen, „ob wir ein paar Dinge vorbeischicken können“. Der Satz „Kein Choom sollte bei null anfangen müssen“ spielt auf die Cyberpunk-Sprache an und zeigt die Verbundenheit mit der Indie-Szene. Laley bedankte sich daraufhin bei CD Projekt Red und anderen Unterstützern. Besonders hob er den Marketing-Berater Indie Game Joe hervor, der Geld spendete, um die gestohlene Ausrüstung zu ersetzen. Indie Game Joe wiederum regte an, Laleys kommendes Spiel „Mimic“ auf die Wunschliste zu setzen.

Laley, der allein an dem asymmetrischen Horrorspiel „Mimic“ arbeitet, hatte in einem emotionalen Video auf X erklärt, dass seine Gamescom „vorzeitig beendet“ sei. „Alle unsere Laptops wurden gestohlen“, sagte er, nachdem seine und andere Stände über Nacht „überfallen“ worden waren. Die Messe in Köln sollte ihm die Chance bieten, sein Spiel einem neuen Publikum aus potenziellen Partnern und Spielern zu zeigen. „Als Indie-Solo-Entwickler ist das Zeug teuer und schwer, alles allein zu machen“, erklärte er. „Dass so etwas passiert, ist mehr als frustrierend – es ist herzzerreißend.“

Der Diebstahl wurde den Sicherheitsteams und Behörden gemeldet. Laley rechnete jedoch nicht damit, die Geräte wiederzusehen: „Ich erwarte nicht, dass sie gefunden oder zurückgegeben werden.“ Er wisse nicht, was er jetzt tun solle, da er seinen Job nicht ausüben könne. Die Gamescom hatte am Dienstag, dem 25. August, mit der Opening Night Live begonnen. Zum Zeitpunkt des Vorfalls waren noch mehr als zwei Tage Messezeit übrig, was den Verlust für Laley besonders schmerzhaft machte.

In einem späteren Beitrag bedankte sich Laley erneut für die Unterstützung. „Worte können nicht beschreiben, wie dankbar ich für die Unterstützung aller bin“, schrieb er. Er kündigte an, ohne Stand, aber mit seinem „Mimic“-T-Shirt weiterhin auf der Messe anzutreffen zu sein. Der Entwickler arbeitet außerdem als Mentor und Trainer für die Unreal Engine und besucht viele Universitäten, um mit Studenten über den Einstieg in die Spielebranche zu sprechen.

Der Vorfall ist nicht der einzige gemeldete Diebstahl auf der Gamescom in diesem Jahr. Das Unternehmen Iam8bit berichtete, dass zwei Laptops trotz Sicherheitspersonal über Nacht aus seinem Stand gestohlen wurden. Auf den Geräten befanden sich frühe Demos der Spiele „Petal Runner“ und „Escape Academy 2“. Die Gamescom wurde um eine Stellungnahme zu den Vorfällen gebeten, eine Antwort stand zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch aus.

Moritz Albrecht

Autor

Redakteur vom Dienst

Moritz Albrecht berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.