Kultur 4 Min. Lesezeit Von Marlene Brandt
Austin Abrams über seine «tragische» Verwandlung in «Resident Evil»
Austin Abrams spielt in Zach Creggers «Resident Evil»-Adaption die Hauptrolle Bryan. Im Interview spricht er über die anstrengenden Stunt-Dreharbeiten, seine Unkenntnis der Videospielvorlage und eine Szene, die er nicht drehen durfte.
In Zach Creggers neuer «Resident Evil»-Adaption, die derzeit in den Kinos läuft, steht Austin Abrams fast durchgehend im Zentrum des Geschehens. Sein Charakter Bryan ist nahezu die gesamte Laufzeit von 95 Minuten damit beschäftigt, zu rennen, zu schießen oder sich in einem albtraumhaften Szenario zurechtzufinden, das von Zombies bevölkert wird. Abrams sorgt dabei laut eigener Aussage dafür, dass das Publikum lacht, schreit oder Mitleid mit seiner Figur empfindet.
Besonders die Verwandlung seiner Figur beschreibt der Schauspieler als «tragisch». Ein zentraler Bestandteil der Rolle sei es gewesen, beim Schreien nicht cool wirken zu wollen. Abrams betont, dass er bewusst darauf verzichtet habe, in den extremen Momenten eine lässige Haltung einzunehmen. Stattdessen habe er sich ganz auf die Panik und Verzweiflung seiner Figur eingelassen, um die Situation authentisch zu transportieren.
Für die Stunt-Dreharbeiten musste Abrams nach eigener Aussage bei null anfangen. Er gab zu, dass er weder mit den «Resident Evil»-Videospielen noch mit den bisherigen Verfilmungen vertraut war, bevor er die Hauptrolle in Creggers Adaption übernahm. Das Horror-Genre der Spiele bezeichnete er rückblickend als etwas, das «wirklich verdammt an den Nerven zerrt». Die Dreharbeiten zu den Stunts beschrieb er als «harrowing», also als zermürbend, und erklärte, dass der Druck groß gewesen sei: «Man will es nicht vermasseln.»
Cregger setzt bei seiner Adaption auf eine Perspektive, die das Publikum direkt in die Rolle des Spielers versetzt. Abrams musste sich diesem Ansatz entsprechend von Grund auf annähern, was er als «Level One» beschrieb. Diese Herangehensweise bedeutet für den Hauptdarsteller, dass er die körperlichen und emotionalen Extreme der Vorlage unmittelbar verkörpern musste, ohne auf Vorerfahrung mit dem Franchise zurückgreifen zu können.
Eine Szene durfte Abrams nach eigenen Angaben nicht drehen. Details zu dieser nicht realisierten Sequenz nannte er in dem Gespräch nicht, doch die Existenz einer solchen Einschränkung wirft ein Licht auf die Produktionsbedingungen und die kreativen Entscheidungen hinter der Adaption. Der Schauspieler sprach offen über die Grenzen, die ihm während der Dreharbeiten gesetzt wurden.
«Resident Evil» läuft aktuell in den Kinos und markiert für Abrams eine deutliche Abkehr von seinen bisherigen Rollen. Der Schauspieler ist für ein jüngeres Publikum vor allem durch Produktionen bekannt, in denen er oft sympathische, eher zurückhaltende Charaktere verkörperte. Mit der Hauptrolle in einem Zombie-Horrorfilm zeigt er eine neue Facette seines Könnens, die körperlich fordernd und emotional intensiv ist.
Die Adaption von Zach Cregger reiht sich in eine wachsende Zahl von Videospielverfilmungen ein, die versuchen, die Perspektive und das Gefühl der interaktiven Vorlage auf die Leinwand zu übertragen. Abrams' Schilderungen deuten darauf hin, dass die Produktion großen Wert auf physische Authentizität legte und der Hauptdarsteller sich den Anforderungen des Genres vollständig stellen musste. Für das Publikum bedeutet das eine Hauptfigur, die nicht als cooler Held inszeniert wird, sondern als jemand, der in einem Albtraum ums Überleben kämpft.



