Junkr

Dienstag, 11. August 2026 · Berlin

Suche

Technologie 3 Min. Lesezeit Von

YouTube macht Geldverdienen für neue Creator deutlich schwerer

8.000 Wiedergabestunden oder 20 Millionen Shorts-Aufrufe werden ab 2027 nötig – für junge Kanäle zählt damit konstante Reichweite mehr als ein einzelner Hype.

YouTube macht Geldverdienen für neue Creator deutlich schwerer
The Jerusalem Post

Ein YouTube-Kanal kann schnell 1.000 Abonnenten bekommen, wenn ein Clip plötzlich überall landet. Ab 2027 reicht dieser erste Hype aber noch weniger als bisher, um am großen Werbetopf teilzunehmen. YouTube verdoppelt die Reichweitenanforderungen für neue Creator, die mit Werbung und YouTube Premium Geld verdienen wollen.

Ab dem 1. Februar 2027 braucht ein neuer Kanal 1.000 Abonnenten und zusätzlich entweder 8.000 qualifizierte Wiedergabestunden in den letzten 365 Tagen oder 20 Millionen qualifizierte Shorts-Aufrufe in den letzten 90 Tagen. Aktuell liegen die Werte bei 4.000 Stunden beziehungsweise 10 Millionen Shorts-Aufrufen. Die Abo-Zahl bleibt gleich, die Nutzungsanforderung wird doppelt so hoch.

Gerade für Shorts ist das eine harte Ansage. 20 Millionen Aufrufe in drei Monaten sind nicht einfach eine schöne virale Zahl, sondern ein dauerhaft hohes Tempo. Und selbst nach dem Eintritt ins Partnerprogramm gibt es künftig eine weitere Grenze: Für Werbe- und Abo-Einnahmen aus Shorts müssen Creator 10 Millionen qualifizierte Shorts-Aufrufe in den jeweils letzten 90 Tagen halten.

Wer unter diese 10 Millionen fällt, fliegt nicht automatisch aus dem YouTube-Partnerprogramm. Einnahmen aus längeren Videos können weiterlaufen. Sobald der Kanal wieder über 10 Millionen Shorts-Aufrufe in 90 Tagen kommt, startet auch die Shorts-Umsatzbeteiligung erneut. YouTube trennt damit stärker zwischen Mitgliedschaft im Programm und dem aktuellen Anspruch auf Geld aus dem Kurzvideo-Feed.

Wer heute schon im YPP ist, muss die neuen 8.000 Stunden oder 20 Millionen Aufrufe nicht nachholen. YouTube sagt, dass bestehende Partner von der höheren Einstiegshürde nicht betroffen sind. Sie müssen aber bis zum 31. Januar 2027 die aktualisierten Bedingungen in YouTube Studio annehmen.

Für kleinere Kanäle bleibt eine frühere Stufe bestehen. In Deutschland und anderen Ländern mit erweitertem YPP können Creator Fan-Finanzierung und bestimmte Shopping-Funktionen weiterhin ab 500 Abonnenten freischalten. Dazu kommen drei öffentliche Uploads in 90 Tagen sowie 3.000 Wiedergabestunden im Jahr oder 3 Millionen Shorts-Aufrufe in 90 Tagen. Die große Verdopplung betrifft also Werbung und Premium, nicht jedes Werkzeug zum Geldverdienen.

YouTube baut gleichzeitig Premium Lite aus. Das günstigere Abo soll in alle Länder kommen, in denen YouTube Premium verfügbar ist. Ein Teil der Abo-Einnahmen fließt über Creator-Pools an die Kanäle. YouTube sagt außerdem, dass inzwischen mehr als 3 Millionen Creator im Partnerprogramm sind und Shorts jeden Tag über 200 Milliarden Aufrufe erreichen.

Für junge Creator verändert sich damit vor allem die Reihenfolge. Erst Community aufbauen, dann vielleicht Fan-Support nutzen, und erst deutlich später den großen Werbe-Pool erreichen. Wer 2027 startet, sollte deshalb nicht nur auf die Zahl unter dem Abo-Button schauen. Entscheidend wird, ob Menschen wirklich regelmäßig zurückkommen und lange genug bleiben.

Moritz Albrecht

Autor

Redakteur vom Dienst

Moritz Albrecht berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.