Technologie 3 Min. Lesezeit Von Lukas Seifert
Xbox-Chef Sharma zeigt laut Analyst bislang keine messbare Wirkung
Analyst Mat Piscatella sieht trotz mehrerer Maßnahmen von Xbox-Chefin Asha Sharma keine positiven Effekte auf Verkäufe und Engagement. Die Kritik richtet sich unter anderem gegen die Exklusivität von Gears of War: E-Day und den Abzug neuer Call-of-Duty-Titel aus Game Pass.
Trotz mehrerer Initiativen von Xbox-Chefin Asha Sharma sieht der Branchenanalyst Mat Piscatella von Circana bislang keine Verbesserung für Microsoft Xbox. Auf Basis der Verkaufs- und Engagement-Daten für den US-Spielemarkt erklärte er gegenüber dem Branchenportal The Game Business, er sehe »keinerlei positive Auswirkungen« der Maßnahmen auf die Plattform.
Als Beispiel nannte Piscatella das Disc-to-Digital-Programm. Dieses habe den Trend bei den Verkäufen neuer physischer Spiele überhaupt nicht verändert. Auch die Entscheidung, Gears of War: E-Day auf Konsolen exklusiv für Xbox zu veröffentlichen, habe den Verkauf von Xbox-Hardware nicht angekurbelt. Die Verkaufszahlen der Konsole sinken weiterhin. Sharma hatte als Erklärung auf Lieferprobleme verwiesen, doch in den USA lasse sich eine neue Xbox laut Piscatella inzwischen problemlos kaufen.
Zur Exklusivität von E-Day sagte der Analyst, das Spiel sei ein typisches Gears-of-War-Abenteuer und zudem wunderschön umgesetzt. Durch die Beschränkung auf Xbox habe Microsoft jedoch einen großen Teil des möglichen Publikums ausgeschlossen. Es gebe eindeutige Hinweise darauf, dass E-Day ursprünglich auch für die PlayStation 5 geplant war. Die Veröffentlichung für Sonys Konsole blieb aus. Andere Branchenexperten vermuten, Microsoft habe das Spiel bewusst als Mittel gewählt, um Herzen und Köpfe der Spielerschaft zu gewinnen.
Auch die Entscheidung, neue Call-of-Duty-Titel aus dem Game-Pass-Abo zu nehmen, bewertet Piscatella negativ. Seinen Daten zufolge hat die Reihe durch den Ausschluss von Modern Warfare 4 aus Game Pass deutlich an Engagement verloren, ohne dass Microsoft davon profitiert habe. Insgesamt sei es derzeit kaum möglich, auf dieser Plattform Anzeichen für Positives zu erkennen. Die Maßnahmen zielten laut Piscatella eher auf »Likes auf Twitter« aus der Hardcore-Community ab als auf messbare Ergebnisse.
Sharmas Sanierungsplan war allerdings nie auf schnelle Erfolge angelegt. Sie übernahm die Führung von Xbox im Februar und erbte nach eigenen Angaben zahlreiche grundlegende Probleme. In einem Memo an die Belegschaft, das CNBC vorlag, beschrieb sie ihren Ansatz als langfristig. Bis zum Ende des Geschäftsjahres im Juni 2027 soll jedes Studio wieder Wachstum bei Spielerzahlen und Umsatz erreichen.
Über das Spielegeschäft hinaus hat Sharma außerdem die Einheit XP gegründet. Sie soll Xbox-Spiele auf Film, Fernsehen, Konsumgüter, Sponsoring und Live-Veranstaltungen ausweiten. Zudem sind neue Initiativen in China geplant. Bis 2027 will Sharma die Gewinnmargen an die Konkurrenten Sony und Nintendo heranführen und diese bis Mitte 2030 übertreffen. Laut CNBC liegt die interne Marge von Xbox derzeit bei etwa drei Prozent, während PlayStation auf 9,9 Prozent und Nintendo auf 16 Prozent kommt. Bei drei Prozent bleiben von 100 Dollar Umsatz nur drei Dollar als Gewinn übrig.
1



