Technologie 3 Min. Lesezeit Von Moritz Albrecht
Sony verdient 59 Prozent mehr pro PlayStation-Nutzer als in der PS4-Ära
Neue Daten des Analysten Daniel Ahmad zeigen: Sony erzielt pro aktivem PlayStation-Nutzer deutlich höhere Einnahmen als noch in der PS4-Generation. Das erklärt auch, warum der Konzern beim PS5-Marketing weniger aggressiv vorgeht.
Sony erzielt mit jedem aktiven PlayStation-Nutzer heute deutlich mehr Umsatz als noch während der PS4-Generation. Laut Daten von Daniel Ahmad, Research Director bei der Marktforschungsfirma Niko Partners, stiegen die durchschnittlichen jährlichen Einnahmen pro aktivem Nutzer um 59 Prozent. Ahmad beziffert den Anstieg auf umgerechnet rund 230 US-Dollar mehr pro Nutzer und Jahr im Vergleich zu 2018.
Konkret wuchsen die Einnahmen pro aktivem PlayStation-Konto von 23.580 Yen im Geschäftsjahr 2018 auf 37.485 Yen im Geschäftsjahr 2025, wie Ahmad auf der Plattform X erläuterte. Er reagierte damit auf ein Interview mit Sony-Chef Hiroki Totoki, in dem dieser erklärte, warum das Unternehmen die PlayStation 5 derzeit weniger intensiv bewirbt. Ahmads Analyse legt nahe, dass Sony weniger Geld für aggressives Marketing ausgeben muss, weil der Konzern mit den bereits vorhandenen Nutzern mehr verdient – auch angesichts steigender Preise für Konsolen und Spiele.
Als Hauptgründe für das Umsatzwachstum nennt Ahmad mehrere Faktoren: den Wechsel vieler Spieler zu teureren PlayStation-Plus-Abonnementstufen, höhere Ausgaben für Spielsoftware sowie zusätzliche Einnahmen durch Download-Inhalte und Mikrotransaktionen. Auch höhere Hardwarepreise trugen demnach zum Anstieg bei. In den vergangenen ein bis zwei Jahren sei das Wachstum allerdings weitgehend stagniert, so der Analyst. Das Geschäftsjahr 2019, das bis März 2020 reichte, verzeichnete laut Ahmad einen besonderen Nutzerzuwachs, der auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist.
Die Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Sony in der Gaming-Community zunehmend in der Kritik steht. Viele Spieler zeigen sich unzufrieden mit der neuen Politik des Unternehmens für physische Spiele: Ab Januar 2028 will Sony keine Spiele mehr auf Disc anbieten. Die Ankündigung stieß bei Fans auf breiten Widerstand, die weiterhin Wert auf physische Kopien ihrer Spiele legen.
Währenddessen verfolgt der Konkurrent Microsoft einen anderen Ansatz. Der Xbox-Hersteller bietet seinen Spielern die Möglichkeit, ihre Disc-basierten Xbox-Spiele zu digitalisieren. Hintergrund ist die Entwicklung der nächsten Konsolengeneration: Das als Project Helix bekannte System soll eine Kombination aus Konsole und PC werden und könnte den Umgang mit physischen Spielen weiter verändern.
Die unterschiedlichen Strategien der beiden Plattformbetreiber zeigen, wie sich der Markt für Videospiele derzeit wandelt. Während Sony offenbar stärker auf die Monetarisierung seiner bestehenden Nutzerbasis setzt und sich schrittweise vom physischen Spielemarkt verabschiedet, versucht Microsoft, den Übergang zur digitalen Distribution für seine Kunden möglichst reibungslos zu gestalten. Für Spieler dürfte die Frage, ob und wie lange sie weiterhin Discs nutzen können, in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle bei der Wahl ihrer Konsole spielen.



