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Freitag, 28. August 2026 · Berlin

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Saber-Chef Tim Willits über das Ende physischer Spiele und steigende Konsolenpreise

Saber Interactive Chief Creative Officer Tim Willits äußert sich auf der Gamescom zum Ende physischer PlayStation-Discs, zu steigenden Konsolenpreisen und zur Idee einer KI-Box für Spiele.

Saber-Chef Tim Willits über das Ende physischer Spiele und steigende Konsolenpreise
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Tim Willits, Chief Creative Officer bei Saber Interactive, hat sich auf der Gamescom zu zwei der größten Themen des Gaming-Jahres 2026 geäußert: dem angekündigten Ende physischer PlayStation-Discs und den stark gestiegenen Konsolenpreisen. Gegenüber GameSpot erklärte er, er sei „überrascht, wie verärgert die Leute“ über Sonys Entscheidung waren, die Produktion physischer Spiele-Discs bis 2028 einzustellen.

Willits, der früher bei id Software an Spielen wie Doom 3 mitarbeitete, sagte, er selbst habe seit „langer Zeit“ kein physisches Spiel mehr gekauft, weil er den Komfort digitaler Spiele schätze. Er räumte jedoch ein, dass Saber Interactive weiterhin „viel Geld“ mit physischen Spielen verdiene, insbesondere in Europa. In Nordamerika seien die Trends dagegen anders. Sony verkauft nach wie vor Millionen physischer Discs pro Jahr, doch der Anteil digitaler Verkäufe wächst branchenweit stetig.

Persönlich werde er das physische Format vermissen, sagte Willits. Er berichtete von einer Begegnung mit einem Fan, der ihn kürzlich bat, eine Kopie von Doom 3 zu signieren. „Für mich persönlich werde ich das in Zukunft vermissen“, so der Entwickler. Zugleich brachte er eine ungewöhnliche Idee ins Spiel: Möglicherweise werde jemand in der Zukunft eine Art „KI-Box“ entwickeln, in die Spieler „alle ihre Spiele hochladen“ könnten. Diese Box könnte das Sammeln und Präsentieren physischer Spiele ersetzen.

Ein weiteres großes Thema war die Preisentwicklung bei Konsolen. Willits nannte es „schockierend, wie teuer“ der Kauf einer neuen Konsole heute geworden sei. Es werde „interessant sein zu sehen“, wie Sony und Microsoft mit diesen Kosten umgehen, wenn sie neue Konsolen auf den Markt bringen. Die Preise für PlayStation-5- und Xbox-Series-X|S-Modelle sind inzwischen um mehr als 150 US-Dollar höher als zum Marktstart im Jahr 2020. Als Gründe gelten unter anderem US-Zölle und die durch KI getriebene Nachfrage nach Komponenten und Speicherchips, die die Herstellungskosten in die Höhe treibt.

Nintendo erhöht im September ebenfalls den Preis der Switch 2. Eine Analyse von Ampere Analysis warnt, dass Konsolen der nächsten Generation bei einem Preis von 1.000 US-Dollar oder mehr dramatische negative Auswirkungen auf den Markt haben könnten. Sony und Microsoft haben ihre Pläne für neue Konsolen bislang nicht im Detail vorgestellt, sodass weder Preise noch Erscheinungstermine bekannt sind.

Willits sprach außerdem über die Pläne seines Unternehmens, KI in der Spieleentwicklung einzusetzen. Saber Interactive betont, dass niemand entlassen und durch KI ersetzt werde. Die Diskussion um physische Spiele und Konsolenpreise bleibt derweil ein zentrales Thema der Branche, während sich der Markt zunehmend in Richtung digitaler Distribution und höherer Einstiegspreise bewegt.

Leonie Vogt

Autor

Gesellschaftsreporterin

Leonie Vogt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.