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Xbox-Strategie entscheidet über die Zukunft von The Elder Scrolls VI

Das nächste Elder-Scrolls-Spiel mit dem Titel Sentinel ist noch unangekündigt, doch die Plattformfrage rund um Xbox wird zum Prüfstein für die Exklusivstrategie des Konzerns.

Xbox-Strategie entscheidet über die Zukunft von The Elder Scrolls VI
© ign.com

Das nächste große Rollenspiel aus dem Hause Bethesda könnte zum Lackmustest für Xbox werden. The Elder Scrolls VI, inzwischen unter dem Titel Sentinel bekannt, soll in Hammerfell spielen. Ob das Spiel exklusiv auf Xbox erscheint oder auch auf anderen Plattformen wie der PlayStation 5, ist bislang offen. IGN-Autor Ryan McCaffrey argumentiert in einem Meinungsbeitrag, dass genau diese Entscheidung zeigen wird, wie ernst es Xbox mit dem Thema Exklusivität tatsächlich meint. Im Mittelpunkt steht dabei Xbox-Chefin Asha Sharma, die vor der Plattformentscheidung steht.

Offiziell angekündigt sind weder Erscheinungsdatum, Grafik noch Handlung. Auch zu den Plattformen gibt es keine Bestätigung. Unklar ist, ob Sentinel für die aktuellen Xbox Series X|S oder für Project Helix erscheinen wird, die als nächste Konsolengeneration und Hybrid aus Konsole und PC gilt. Der Titel befinde sich nach Berichten seit rund fünf Jahren in Entwicklung und sei mit erheblichen Investitionen verbunden. Laut Jason Schreier liegt die Veröffentlichung mindestens zwei Jahre entfernt. Spekulationen zufolge könnten Sentinel und Helix ein gemeinsames Erscheinungsfenster im Herbst 2028 teilen, eine Bestätigung gibt es dafür nicht.

Bethesda hatte das Spiel bereits vor mehr als acht Jahren angekündigt, was ungewöhnlich früh ist. Bethesda-Chef Todd Howard erklärte, eine so frühe Ankündigung sei nicht seine Präferenz gewesen. Gleichzeitig arbeitet das Studio parallel an Fallout 5 und an Remasters der Fallout-Reihe, sodass mehrere große Projekte gleichzeitig laufen. Für Entwicklerinnen und Entwickler sorgt zudem die laufende Umstrukturierung bei Xbox für Unsicherheit über Arbeitsplätze. Diese Sorge wird in der Branche mit Blick auf die finanziell aufwendige Produktion großer Rollenspiele besonders deutlich.

Die Geschichte der Serie zeigt, wie sich die Plattformpolitik verändert hat. Morrowind erschien 2002 exklusiv für die originale Xbox. Oblivion kam 2006 und war rund ein Jahr lang faktisch exklusiv für Xbox erhältlich, bevor andere Plattformen folgten. Skyrim, veröffentlicht 2011, erschien dagegen von Beginn an auf mehreren Plattformen und hat sich nach Angaben über 65 Millionen Mal verkauft. Der 15. Geburtstag von Skyrim steht nächste Woche an, was die Erinnerung an diese Entwicklung zusätzlich verstärkt und zeigt, wie stark sich die Erwartungen an die Reihe seither verschoben haben.

Xbox hat sich unter Asha Sharma zu einer Rückkehr zu Exklusivtiteln bekannt. Der bisherige Multiplattform-Kurs des Unternehmens gilt dagegen als uneinheitlich, weil einige Titel zwar auf Xbox erscheinen, andere aber bewusst auch auf Konkurrenzplattformen veröffentlicht werden. Mit Gears of War: E-Day, das in diesem Jahr erschienen ist, und Clockwork Revolution, das für 2027 angesetzt ist, verweist der Konzern auf eigene Projekte, die als Beleg für die neue Linie dienen sollen. Ob Sentinel in dieses Muster passt oder den Weg von Skyrim geht, dürfte deshalb weit über ein einzelnes Spiel hinaus Aussagekraft haben, vor allem für die Frage, wie Microsoft seine Spielestudios künftig positionieren will.

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Marlene Brandt

Autor

Kulturkorrespondentin

Marlene Brandt berichtet für Junkr über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.