Kultur 4 Min. Lesezeit Von Marlene Brandt
Nintendos Ocarina-Remake zeigt Link-Fingerbewegungen so präzise, dass man sie lernen kann
Im Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time sind Links Fingerbewegungen beim Ocarina-Spiel laut einem Experten nahezu originalgetreu. Nur bei einzelnen Liedern gibt es eine technisch bedingte Ausnahme.
Im Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time sind die Fingerbewegungen, mit denen Link seine Ocarina spielt, so genau animiert, dass Fans sie nach Angaben eines Fachmanns tatsächlich zum Erlernen des Instruments nutzen könnten. Musik spielt in der Zelda-Reihe seit jeher eine zentrale Rolle, und die Ocarina ist in Ocarina of Time nicht nur ein Gegenstand mit erzählerischer Bedeutung, sondern auch ein Element des Gameplays, mit dem Spielerinnen und Spieler verschiedene Lieder lernen.
Für eine fachliche Einschätzung wandte sich das Umfeld des Herstellers Songbird Ocarina an Eric Bernard, den Manager des Unternehmens. Die Firma war vielen älteren Spielerinnen und Spielern bekannt, weil ihre Anzeigen über Jahre in der Nintendo Power erschienen, nachdem das Originalspiel 1998 veröffentlicht worden war. Bernard zufolge fielen ihm beim Betrachten der Animationen aus den Vorab-Trailern vor allem zwei Dinge auf: Link spiele jedes Lied in derselben Tonart, in der es im Original geschrieben ist, und das Griffmuster sei überraschend genau, mit einer einzigen allgemeinen Ausnahme.
Diese Ausnahme ergibt sich aus den physikalischen Grenzen des Instruments. Eine handelsübliche 12-Loch-Alt-C-Ocarina, wie sie im Remake zu sehen ist, hat einen Tonumfang von knapp zwei Oktaven, von A4 bis F6. Einige Lieder enthalten jedoch Töne, die darüber hinausgehen. Als Beispiel nannte Bernard das Sonnenlied, dessen höchster Ton ein hohes G ist. Eine Ocarina lässt sich aber nicht auf diese Höhe bringen, das höchste erreichbare Tonzeichen ist ein hohes F. Im Spiel zeigt die Animation daher ein tiefes G, zu hören ist jedoch das hohe G eine Oktave darüber. Für ein echtes Instrument existiert das korrekte Griffmuster in diesem Fall also nicht.
Trotz dieser Abweichung ist die Darstellung nach Bernards Einschätzung so genau, dass man die Lieder allein durch das Beobachten von Links Fingerbewegungen nachahmen kann. Wer eine gewöhnliche 12-Loch-Alt-C-Ocarina besitze, könne damit jedes Lied spielen, das Link auf dem Bildschirm vorführt, sagte Bernard. Dass die Animationen so präzise ausfallen, überrascht kaum, denn Nintendo lizenziert offiziell ein elektronisches Ocarina-Zubehör des Herstellers Hori, das die Fingerpositionen eines echten Instruments nachbildet. Zusätzlich lassen sich die Melodien laut Bericht auch durch Summen in das Mikrofon der Switch 2 einspielen, um Links Stücke abzurufen.
Auch in Testberichten wird das Remake überwiegend positiv bewertet. Die Redaktion von IGN beschreibt es als moderne Neuinterpretation, die das Original nicht eins zu eins nachbildet, aber mit reicherer Grafik und erweiterten Dialogen Tiefe ergänzt. Der Testautor verbrachte nach eigenen Angaben rund 30 Stunden in der Spielwelt Hyrule. Zu den Details, die er hervorhebt, gehören Links Atmen und die Fingerbewegungen beim Spielen der Ocarina sowie die Darstellung der Bombchus als Aufziehspielzeug. Die Bildrate liegt laut dem Test praktisch durchgehend bei stabilen 60 fps.
Nach Einschätzung des Spielemagazins GameSpot richtet sich das Remake sowohl an langjährige Fans, die das Original wiederentdecken möchten, als auch an Neulinge, für die es nun die maßgebliche Art ist, diesen Klassiker zu erleben. Gerade bei der Ocarina zeigt sich, wie sehr Nintendo auf Detailtreue setzt: Was früher nur ein Spielmechanismus war, wird heute so genau dargestellt, dass sich daraus sogar ein praktischer Lerneffekt ergibt.
Quelle: gamespot.com
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