Kultur 3 Min. Lesezeit Von Leonie Vogt
Queen's Domain erinnert mit rauem Charme an King's Field
Das Fantasy-Rollenspiel Queen's Domain setzt auf PlayStation-1-Optik, Erkundung ohne Wegweiser und harte Kämpfe, die sich laut IGN-Test trotz Frust lohnen.
Das Rollenspiel Queen's Domain versetzt Spielerinnen und Spieler in eine Welt, die bewusst wie ein Titel aus den späten Neunzigerjahren wirkt. Die Ego-Perspektive und die grobe Grafik im Stil der PlayStation 1 sind eine ausdrückliche Hommage an FromSoftwares King's Field, das als Vorbild des Spiels genannt wird. Der Test auf IGN kommt zu dem Ergebnis, dass der Titel rau, aber befriedigend ist und sich als kluger Rückgriff auf frühere Spielmechaniken versteht.
Auffällig ist vor allem, was fehlt. Es gibt keine Questmarkierungen, keine Karte und keine Wegpunkte. Stattdessen müssen sich Spielerinnen und Spieler über visuelle Hinweise in der Umgebung orientieren. Wer die Welt erkunden will, muss also aufmerksam beobachten und sich Wege merken, statt einer Anzeige zu folgen. Der Rezensent beschreibt diese Herangehensweise als Kern des Designs, das auf Neugier und Eigeninitiative setzt.
Auch das Kampfsystem orientiert sich an älteren Vorbildern. Ausdauer begrenzt die Angriffe, und Waffen haben unterschiedliche Schadensarten, die gegen bestimmte Gegner mehr oder weniger wirksam sind. Wer die Schadensart passend wählt, kommt deutlich besser durch die Gefechte. Die Speicherpunkte sind selten gesetzt, und wer stirbt, verliert seinen Fortschritt seit dem letzten Speichern. Genau diese Strenge macht laut Test einen Teil des Reizes aus, sorgt aber auch für Frust, weil lange Passagen wiederholt werden müssen.
Der Rezensent lobt das Leveldesign und die Upgrades im Stil eines Metroidvania, bei denen neue Fähigkeiten den Zugang zu zuvor verschlossenen Bereichen öffnen. Dadurch lohnt es sich, bereits erkundete Gebiete später erneut aufzusuchen. Kritisiert werden dagegen die knappen Heilmöglichkeiten und Angriffe, die sich durch Geometrie hindurch treffen lassen, was Begegnungen zusätzlich unberechenbar macht.
Nach rund sechs Stunden Spielzeit fällt das Fazit des Rezensenten gemischt, aber insgesamt positiv aus. Queen's Domain verlangt Geduld und ein Stück Nostalgie, belohnt beides jedoch mit einem Spiel, das seine Vorbilder ernst nimmt. Wer die Eigenheiten von King's Field geschätzt hat, findet hier einen Titel, der sich bewusst gegen moderne Komfortfunktionen stellt und damit gerade seine Zielgruppe anspricht.
Quelle: whowhatwear.com
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